Als der erste Streifenwagen eintraf, versuchten eine Polizistin (44) und ihr Kollege (36), den Mann zum Niederlegen des Messers zu bewegen. Das tat er nicht, stürmte auf die Polizisten zu und stach der Frau in Hals- und Schulterbereich. Daraufhin feuerte ihr Kollege vier Schüsse ab, traf den Angreifer tödlich. Auch ein zweiter Beamter soll noch geschossen haben.
Eine Kugel durchschlug einen Arm des Täters und verwundete die Polizistin an der Niere, die zweite traf den Mann tödlich im Bauch – er verblutete innerlich. Die Polizistin ist nach einer OP im Bundeswehrkrankenhaus außer Lebensgefahr. Rafik Y. war 2008 in Stuttgart zu acht Jahren Haft verurteilt worden, weil er im Dezember 2004 mit zwei Komplizen versuchen wollte, den damaligen irakischen Premierminister Ija Allawi bei einem Staatsbesuch in Berlin zu ermorden.
Außerdem hatte das Trio 45 000 Euro für die Terror-Organisation Ansar-al-Islam gesammelt. Bereits 2013 entlassen, kam er zurück nach Berlin. Eigentlich sollte er in seinem Heimatbezirk Neukölln unterkommen, aber dort fand sich keine Bleibe. Er wurde nach übergangsweise in Pankow untergebracht, musste in Berlin eine elektronische Fußfessel tragen.
Innensenator Frank Henkel (CDU) verkündete damals: „Es wird alles getan, um die Sicherheit der Berliner Bevölkerung zu gewährleisten.“ Tatsächlich half die Fußfessel nicht: Der Erschossene, zuletzt in Spandau in einer staatlichen Einrichtung wohnhaft, befreite sich um 8.52 Uhr von der Fessel – Alarm bei der Polizei. Der Mann war in Berlin nicht weniger gefährlich geworden: Aktuell wurde in vier Fällen von Bedrohung gegen ihn ermittelt.
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