Es war ja eine gute Idee, dass 1970 die 29 Signalportale zwischen Theodor-Heuss-Platz und Pichelsdorfer Straße in Betrieb genommen wurden. Fahren morgens die Menschen zur Arbeit in die Stadt, geben grüne Pfeile drei der fünf Spuren stadteinwärts frei. Abends werden sind es drei Spuren stadtauswärts und zwei in der Gegenrichtung. Theoretisch.
Stau statt Beschleunigung
Praktisch fiel die Anlage immer wieder aus, und das immer öfter. Statt einer Beschleunigung des Verkehrs gab es Staus und Autofahrer-Wut, weil die Straße täglich von über 50 000 Fahrzeugen genutzt wird.
Displays zeigen an, bei welcher Geschwindigkeit man auf der Heerstraße die „Grüne Welle“ erwischt.
© imago/Schöning
Der FDP-Abgeordnete Paul Fresdorf fragte jetzt und vor einem knappen Jahr beim Senat nach: Die 2003 sanierte Anlage hatte 2013 bis 2015 nur ein bis zwei Ausfälle im Jahr, 2019 aber schon neun. Manchmal traf es es nur ein Portal, manchmal die gesamte Anlage, meist einen Tag. Von Mitte Mai bis Mitte Juni 2019 war sie im Notbetrieb. Es gab keine Umschaltung, pro Richtung waren ständig nur zwei Spuren pro Richtung freigegeben.
Während dieser Zeit wurden neue, kürzere Kabelverbindungen vom Verkehrsrechner nördlich des Bahnhofs Spandau zur Heerstraße gezogen: Zuvor waren die Befehle des Rechners über eine mit vielen Muffen zusammengestückelte Kabelstrecke geruckelt, die einen Riesen-Umweg über die Nonnendammallee zur Heerstraße nahm. Sie war deshalb fehleranfällig und die Hauptursache für die Ausfälle, wie eine Untersuchung 2018 ergeben hatte.
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