Hatte einer der Zugführer ein Haltesignal übersehen? +++Das Zugunglück von Hordorf+++

Wer hat versagt? Kripo prüft Fahrtenschreiber

BK
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"Es muss wahrscheinlich ein Haltesignal überfahren worden sein", mutmaßte Ministerpräsident Wolfgang Böhmer über die Ursache des furchtbaren Zugunglücks auf freier Strecke. LKA-Spezialisten sind in Hordorf im Einsatz, um zu klären, wie es zum Zusammenstoß bei Bahnkilometer 42,67 kommen konnte. Dafür werten sie nun die Fahrtenschreiber beider Züge aus. "Die Untersuchungen laufen aber auch zu den Signalschaltungen und ebenso zur Technik der Züge", sagt Ralph Krüger, Einsatzleiter der Bundespolizei. Das werde Stunden bis Tage in Anspruch nehmen.Auch menschliches Versagen könnte zum tragischen Tod der Passagiere geführt haben. Nach ersten Erkenntnissen stand das Fahrtsignal für den Harz-Elbe-Express (HEX) auf Grün. War die Anlage, für die die Deutsche Bahn verantwortlich ist, etwa defekt? Die Signalanlage an der Unfallstelle ist noch eine der wenigen der herkömmlichen Anlagen aus DDR-Zeiten. "Sie ist nicht an das elektronische Stellwerk in Leipzig angeschlossen, das beim Überfahren eines Haltesignals eine Zugbremsung auslöst", sagt eine Bahnsprecherin. Das Lichtsignal wird stattdessen von einem Fahrdienstleiter geregelt, der an der Strecke in einem Häuschen sitzt. Geschah dort der fatale Fehler, der zehn Menschen den Tod brachte?Möglicherweise hat aber auch der Lokführer des Güterzugs im dichten Nebel ein Haltesignal übersehen. Er hatte den Zusammenstoß leicht verletzt überlebt. Der Mann sei auch ansprechbar, hieß es, doch er habe bisher noch keine Angaben zum Unfallhergang gemacht.

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