Hartz-IV-Empfänger gibt "Nikki" weg, weil er sie sich nicht mehr leisten kann

Das traurige Ende einer Affenliebe

Holger Schacht
Lesezeit 2 Min

Eichwalde - Es war ein trauriger Abschied, und er ist wohl für immer! 15 Jahre lebte Rhesusaffenweibchen "Nikki" (19) bei Michael Kretschmer (54). Jetzt holte sie die Tierschutzorganisation "aktion tier" auf Wunsch von Kretschmer ab. Er hatte sich die Haltung des Äffchens nicht mehr leisten können. Sämtliche Hilferufe (KURIER berichtete) waren vergeblich.Bitteres Ende einer großen Affenliebe, monatliche 200 Euro (für Futter, Tierarzt, Heizung) konnte Kretschmer (Hartz-IV-Empfänger) nicht mehr aufbringen. Früher war das anders. Als es ihm als Unternehmer gut ging, kaufte er sich Rhesusaffen "Bimbo", das Weibchen "Nita" und deren Tochter "Nikki". "Bimbo" und "Nita" starben. Seit zwei Jahren war "Nikki" ganz allein im Gehege. Kretschmer suchte nach Sponsoren, verhandelte mit dem Tierheim: "Alles umsonst." Diplom-Biologin Ursula Bauer von "aktion tier": "Affen sind Gruppentiere, die die Gesellschaft von Artgenossen brauchen, um sich wohl zu fühlen."Letzte Woche kam "Nikki" in eine Wildtierstation nach Sachsenhagen (Niedersachsen), in drei Monaten geht es für sie nach Holland, wo sie in eine Rhesusaffengruppe integriert werden und artgerecht leben soll. Kretschmer ist damit zufrieden: "So ist es besser für Nikki. Aber wenn ich hoch im Lotto gewinne, hole ich sie zurück."------------------------------BU: Kretschmer verabschiedet sich von "Nikki" (großes Foto), danach fangen Tierschützer den Affen ein (links) und bringen ihn zum Abtransort (rechts).

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