Handball-WM

Aus der Traum: So ein mieses Scheich-Spiel!

Deutschlands Handballer scheitern im Viertelfinale der WM in Katar an der Söldnertruppe des Gastgebers, schwachen Schiris und auch an sich selbst.

O. Mann
Lesezeit 3 Min
Enttäuschung pur: Patrick Groetzki verdrückt seine Tränen ...

Enttäuschung pur: Patrick Groetzki verdrückt seine Tränen ...

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... Fuchs Paul Drux kauert wie ein Häufchen Elend auf dem Parkett.

... Fuchs Paul Drux kauert wie ein Häufchen Elend auf dem Parkett.

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Der Blick von Bundestrainer Dagur Sigurdsson geht starr ins Leere.

Der Blick von Bundestrainer Dagur Sigurdsson geht starr ins Leere.

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Silvio Heinevetter sucht Kontakt zu Schiedsrichter Slave Nikolov.

Silvio Heinevetter sucht Kontakt zu Schiedsrichter Slave Nikolov.

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Die Enttäuschung saß tief. Patrick Groetzki versteckte mit dem hochgezogenen Trikot seine Tränen. Paul Drux sank abwesend in die Hocke. Sein Blick wie der seiner Mitspieler – leer.

Torwart Silvio Heinevetter, der in der ersten Hälfte den diesmal glücklosen Carsten Lichtlein zwischen den Pfosten abgelöst hatte und mit seinen Paraden Deutschland bis zum Schluss die Siegchance erhielt, stand fix und fertig beim TV-Interview. Die langen Haare schweißgetränkt auf den Schultern, dass Gesicht von Trauer und Frust leicht gerötet. Auf die Frage des Reporters suchte er lange nach Worten. Dann sprach der Füchse-Hexer ganz ruhig aus, was fast alle dachten: „Heute können wir das Spiel nicht gewinnen. Punkt. Aus. Wir sind immer noch Gäste hier im Land. Da muss dann aufpassen, was man sagt. Aber jeder, der das Spiel gesehen hat, weiß, was ich denke.“ Sekundenlange Stille. Sacken lassen.

Wie schon Österreich im Achtelfinale hatte es auch Deutschland mit ausgesprochen gastgeberfreundlichen Schiris zu tun. Kaum eine strittige Szene entschied das Gespann aus Mazedonien fürs DHB-Team. Wenn Gjorgji Nachevski und Slave Nikolov bei Deutschland gleich Zeitspiel pfiffen, ließen sie Katar noch drei, vier Pässe spielen. Kleinigkeiten zwar, aber fürs Spiel von großer Wichtigkeit.

Dass Katar praktisch ohne Katarer spielte, seine Truppe mit viel Geld zusammenkaufte, ist auch nicht schön. Aber im Handball, anders als im Fußball, möglich. Eine dreijährige Pause im eigenen Nationalteam, schon kann (ein gewisser finanzieller Anreiz ist nie schädlich) die Nationalität wechseln. Sportlich ist anders, aber so sind die Regeln.

Entscheidender war am Mittwoch, was Heinevetter offen zugab: „Wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht.“ Uwe Gensheimer, mit fünf Toren bester DHB- Werfer, sprach sogar von der „schlechtesten Turnierleistung“.

Dennoch: Chancen waren da. Wenn Patrick Wiencek zweimal völlig frei am Kreis das Tor trifft, Groetzki beim Konter kurz vor Schluss den Ball an Torwart Danijel Saric vorbeibringt ... Oder der bisher überragende Steffen Weinhold nicht wegen Adduktorenproblemen mit gebremstem Schaum hätte spielen müssen ...

Bundestrainer Dagur Sigurdsson gab sich eine Mitschuld am Aus („Ich hätte früher auf eine 6:0-Deckung wechseln müssen.“) und dann die Parole für die für Olympia 2016 so wichtigen Platzierungsspiele aus: „Es tut weh. Aber da muss man jetzt durch.“

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