Ein selbst gekochter Kaffee zu Füßen der Rialto-Brücke in Venedig – diese recht absurde Idee ist zwei Berliner Rucksackreisenden am Freitagmorgen sehr teuer zu stehen gekommen. Die junge Frau (32) und ihr männlicher Begleiter (35) mussten eine hohe Strafe zahlen und wurden anschließend aus der Lagunenstadt verbannt.
Statt in einer Bar einen Espresso zu bestellen, machten es sich die Berliner zu Füßen der berühmten Rialto-Brücke an den Stufen zum Canal Grande gemütlich und bereiteten mit einer kleinen Outdoor-Kochausrüstung Instant-Kaffee zu. Ein Bürger habe deshalb die Polizei verständigt, teilte die Stadtverwaltung mit, die auch Beweisfotos mitschickte.
Darauf ist das auf dem Boden sitzende Paar mitsamt Rucksäcken, Henkeltassen, einer Schüssel, Gewürzen und Zipper-Tüten zu erkennen. Auch ist festgehalten, wie der Mann auf einer der Stufen zum Wasser einen Mini-Campingkocher bedient. Als die zwei Lokalpolizisten auftauchen, hält er schon die volle Kaffeetasse in der Hand.
Beide Berliner erhielten Aufenthaltsverbot für Venedig
Die Touristen seien umgehend festgehalten und identifiziert worden, hieß es. Sie seien auf die Hauptwache am Piazzale Roma geführt worden. Dort musste die weibliche Übeltäterin 300 Euro Strafe zahlen, der Kaffeebrauer 650 Euro. Außerdem wurde gegen Beide ein Aufenthaltsverbot in Venedig verhängt.
Die jährlich von fast 30 Millionen Besuchern heimgesuchte Lagunenstadt hatte 2017 strenge Benimmregeln gegen die Auswüchse des Massentourismus eingeführt. Hundert zusätzliche Polizisten sollen dafür sorgen, dass sich Besucher zivilisiert verhalten. Vielerorts machen Schilder darauf aufmerksam, was unerwünscht ist: In die Kanäle springen etwa, mit nacktem Oberkörper durch die Gassen laufen, Tauben füttern, skaten, Fahrrad fahren.
Und damit nicht überall leere Plastikflaschen und Pizzaschachteln herumliegen, ist Essen und Trinken nur noch an ausgewiesenen Stellen erlaubt. Bei Verstößen drohen hohe Bußgelder. Wer etwa in die Ecke pinkelt, zahlt 3000 Euro.
In Rom badete dieser Tage ein als römischer Senator verkleideter Mann im Trevi-Brunnen
Auch an anderen Orten Italiens sollten sich Touristen also künftig besser in Acht nehmen. Vor drei Tagen wurde in Triest ein Österreicher (52) mit 300 Euro zur Kasse gebeten, weil er seine Hängematte zwischen zwei Bäumen am Stadtstrand aufgehängt hatte. In Rom badete dieser Tage ein als römischer Senator verkleideter Mann im Trevi-Brunnen. Das Vergnügen kostete ihn 500 Euro.
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