BERLIN - Für die Trabrennbahn Karlshorst, seit jeher vor dem finanziellen Kollaps stehend, steht zwar ein Retter parat. Doch ihm sind die Hände gebunden. >Der Kaffee-Multi Günther Herz (Tchibo/Eduscho) will sich in der Wuhlheide engagieren. Er bekundete Interesse, das Gelände (17 Hektar) zu kaufen. Am Ostersonntag besichtigte der millionenschwere "Bohnen-König" die Bahn. Dem gebürtigen Hamburger gehört das Traber-Gestüt Lasbek. Sein größter Erfolg: 1989 gewann der Hengst Grimaldi in Mariendorf das Deutsche Derby. Doch Karlshorst darf vorerst nicht aus Ruinen auferstehen, Herz das Gelände nicht kaufen. Grund: Dieses untersteht nicht dem Rennverein Trabrennpark Karlshorst (RTK), sondern der Trabrenn GmbH Karlshorst, einem Ableger der Treuhand Liegengesellschaft. Und die läßt mögliche Investoren nicht zum Zuge kommen. Horst-Otto Stemper, Geschäftsführer des RTK: "Die Treuhand will das Gelände nicht verkaufen. Vermutlich soll das Gelände bebaut werden, eine Art Freizeitpark entstehen." Pech - vor allem für den Sport. Denn Herz hatte zugesichert, die Rennpreise um 4000 Mark anzuheben. Pech auch für Berlin. Denn Herbst wurde zum zweiten Mal verprellt. Mehrfach wollte der Unternehmer auch mit der ebenfalls nicht auf Rosen gebetteten Bahn in Mariendorf ins Geschäft kommen, 1995 die Derby-Aktion erwerben. Der TVM entschied sich für einen anderen Bewerber. Herbst zog sogar vor Gericht - ohne Erfolg. Stemper: "Man kann der Treuhand keine Böswilligkeit unterstellen. Sie hat eben andere Pläne." Ronald Toplak
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com