Haltestelle Woodstock

Ist der Zug schon abgefahren?

Polen pestet gegen das legendäre Musikfestival

Norbert Koch-Klaucke
Lesezeit 2 Min
Hunderttausende Fans kommen zu dem polnischen Festival.

Hunderttausende Fans kommen zu dem polnischen Festival.

© dpa

Die Vorbereitungen für die 23. „Haltestelle Woodstock“ (3.-5. August) laufen auf Hochtouren. 70 Bands sollen auf vier Bühnen spielen. Zu den Stars zählen die Schweden-Rocker Mando Diao und die US-Band House of Pain. 700000 Fans werden erwartet.

Polens Innenminister Mariusz Balszczak versucht nun, das Festival mies zu machen. Wegen der Nähe zur deutschen Grenze stünde es unter erhöhter Terrorgefahr. „Wir wissen, was hinter unserer westlichen Grenze vor sich geht. Im Dezember letzten Jahres gab es einen Anschlag in Berlin, bei dem ein Pole getötet wurde“, sagte der Minister, erinnerte an die Ereignisse auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz.

Auch die Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) macht Stimmung. Sie schrieb auf Twitter: „Wollt ihr ein Festival auf polnischem Boden, bei dem muslimische Flüchtlinge teilnehmen?“ Festival-Chef Jerzy Owsiak hatte gesagt, er freue sich, wenn Flüchtlinge aus Frankfurt (Oder) zum Spektakel kämen. Er hat schon die Sicherheitsbedingungen erhöht, weil Regierung und Kirche seit Jahren das freizügige Festival verhindern wollen. Machen sie noch mehr Druck, dürfte der Zug für die „Haltestelle“ bald abgefahren sein.

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