Rund 20 Mal in diesem Sommer und Herbst geht es wieder bei den Erntefesten um den „Kokot“. So wird in der sorbischen Sprache der Hahn genannt. Die slawische Minderheit, die in Teilen von Brandenburg und Sachsen lebt, feiert dann den Abschluss der Getreideernte. Der Domowina Regionalverband Niederlausitz e. V. beschreibt den Sinn des Brauchs: Die Ernte war die wichtigste Periode des Jahres, da sie entscheidend für das Überleben der Menschen war.
Hübsch rausgeputzt in Spitzen- und Stickerei-Kleidern mit passender Haube stehen die jungen Frauen da und jubeln den Männern zu. Die müssen sich anstrengen: Vor den Sieg haben die Veranstalter des uralten Brauchs den Wettbewerb gesetzt.
Dafür müssen die jungen Männer hoch hinaus. Sie versuchen, einem an einem festlich geschmückten Bogen befestigten Hahn den Kopf abzureißen. Das Blut, das in den Boden tropft, soll ihn fruchtbar machen. Der Sieger sowie diejenigen, die die Flügel abtrennen konnten, werden mit Siegerkränzen aus Eichenlaub geehrt. Zum „Super-Kokot“ kommt es, wenn alle Könige der einzelnen Ortschaften abschließend gegeneinander antreten.
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