Haftung für illegale Uploads

Würden Sie Ihre Kinder verpfeifen?

Nach dem Bundesgerichts-Urteil: KURIER fragte Berliner.

Sophia Kräge
Lesezeit 4 Min
„Ich will meine Tochter nicht kontrollieren“ Der Familienfrieden geht bei Diana (46) und Tochter Sophie Meyer (14) aus Lichtenberg eindeutig vor. „Ich kontrolliere weder Sophies Handy noch ihren Computer. Also würde ich das illegale Uploaden bestimmt nicht mitbekommen“, sagt Diana. Anschwärzen würde sie sie aber nicht.

„Ich will meine Tochter nicht kontrollieren“ Der Familienfrieden geht bei Diana (46) und Tochter Sophie Meyer (14) aus Lichtenberg eindeutig vor. „Ich kontrolliere weder Sophies Handy noch ihren Computer. Also würde ich das illegale Uploaden bestimmt nicht mitbekommen“, sagt Diana. Anschwärzen würde sie sie aber nicht.

© camcop media / Andreas Klug

Konkret ging es um eine Münchner Familie mit drei erwachsenen Kindern. Eines davon hatte das Album „Loud“ von Rihanna illegal heruntergeladen und dann über eine Tauschbörse geteilt. Die Anwälte von Universal klagten auf Entschädigung und Kostenersatz von knapp 3.900 Euro.

Vor Gericht gaben die Eltern als Anschlussinhaber zwar an, sie wüssten, welches der Kinder die Songs hochgeladen hätten. Den Namen würden sie aber nicht verraten. Dazu könne man sie auch nicht zwingen, urteilte der Bundesgerichtshof am Freitag. Allerdings müssten in diesem Fall dann die Eltern zahlen.

Würden Sie Ihre Kinder verpfeifen?

„Kinder sind für sich selbst verantwortlich“ Der Bauleiter Muamer Kolasinac (57) aus Pankow findet, Eltern sollten die Strafe ihrer Kinder nicht bezahlen. „Die Eltern können doch nichts dafür, was ihre Kinder verzapfen.“ Jeder sei für sich selbst verantwortlich, sagt er. „Dass der Upload von Musikalben illegal ist, weiß man eigentlich.“

„Kinder sind für sich selbst verantwortlich“ Der Bauleiter Muamer Kolasinac (57) aus Pankow findet, Eltern sollten die Strafe ihrer Kinder nicht bezahlen. „Die Eltern können doch nichts dafür, was ihre Kinder verzapfen.“ Jeder sei für sich selbst verantwortlich, sagt er. „Dass der Upload von Musikalben illegal ist, weiß man eigentlich.“

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„Musik sollte man frei teilen können“ Romina Müller (31) aus Pankow findet, der Upload von Musikalben sollte nicht mehr länger eine Straftat sein. „In der heutigen Zeit sollte man Musik überall frei teilen können“, sagt die 31-Jährige. Trotzdem benutzen ihre Kinder nur Youtube und legale Streamingdienste.

„Musik sollte man frei teilen können“ Romina Müller (31) aus Pankow findet, der Upload von Musikalben sollte nicht mehr länger eine Straftat sein. „In der heutigen Zeit sollte man Musik überall frei teilen können“, sagt die 31-Jährige. Trotzdem benutzen ihre Kinder nur Youtube und legale Streamingdienste.

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„Ich will meine Tochter nicht kontrollieren“ Der Familienfrieden geht bei Diana (46) und Tochter Sophie Meyer (14) aus Lichtenberg eindeutig vor. „Ich kontrolliere weder Sophies Handy noch ihren Computer. Also würde ich das illegale Uploaden bestimmt nicht mitbekommen“, sagt Diana. Anschwärzen würde sie sie aber nicht.

„Ich will meine Tochter nicht kontrollieren“ Der Familienfrieden geht bei Diana (46) und Tochter Sophie Meyer (14) aus Lichtenberg eindeutig vor. „Ich kontrolliere weder Sophies Handy noch ihren Computer. Also würde ich das illegale Uploaden bestimmt nicht mitbekommen“, sagt Diana. Anschwärzen würde sie sie aber nicht.

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„Meine Tochter macht sowas nicht“ „Welche Eltern verpfeifen ihre Kinder?“, fragt Hausfrau Daniela König (41) aus Neukölln. „Ich glaube, niemand würde so etwas tun.“ Wenn sie ihre Tochter beim illegalen Upload erwischen würde, würde sie zwar schimpfen und die Strafe zahlen, aber niemandem davon erzählen.

„Meine Tochter macht sowas nicht“ „Welche Eltern verpfeifen ihre Kinder?“, fragt Hausfrau Daniela König (41) aus Neukölln. „Ich glaube, niemand würde so etwas tun.“ Wenn sie ihre Tochter beim illegalen Upload erwischen würde, würde sie zwar schimpfen und die Strafe zahlen, aber niemandem davon erzählen.

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„Ich erkläre meinen Kindern das Internet“ Die Verkäuferin Janine Krause (30) aus Wilmersdorf klärt ihre Kinder über die Folgen von illegalen Uploads im Internet auf. „Trotzdem würde ich sie nicht verpfeifen. Das wäre Schwachsinn.“ Sie habe ihre Kinder über die Strafen belehrt, sagt sie. Bei ihr gäbe es dann striktes Handyverbot.

„Ich erkläre meinen Kindern das Internet“ Die Verkäuferin Janine Krause (30) aus Wilmersdorf klärt ihre Kinder über die Folgen von illegalen Uploads im Internet auf. „Trotzdem würde ich sie nicht verpfeifen. Das wäre Schwachsinn.“ Sie habe ihre Kinder über die Strafen belehrt, sagt sie. Bei ihr gäbe es dann striktes Handyverbot.

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Die beiden Mediengestalterinnen Laura (21) und Jenny (22) aus Mitte verstehen Eltern und Kinder. „Auch wir verstehen oft nicht, was beim Musik-Upload erlaubt und was nicht erlaubt ist. Das ist für uns eine Grauzone“, sagen sie. Kinder würden sie deshalb nicht verpfeifen.

Die beiden Mediengestalterinnen Laura (21) und Jenny (22) aus Mitte verstehen Eltern und Kinder. „Auch wir verstehen oft nicht, was beim Musik-Upload erlaubt und was nicht erlaubt ist. Das ist für uns eine Grauzone“, sagen sie. Kinder würden sie deshalb nicht verpfeifen.

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Der renommierte Anwalt Herbert Geisler, der auch die betroffene Familie am Bundesgerichtshof vertrat, warnt davor, ganze Familien „in Sippenhaft zu nehmen.“ Es sei „niemandem zuzumuten, die eigenen Kinder ans Messer liefern.“ Im Zweifel müsse die Plattenfirma die Klage auf die Kinder erweitern und selbst herausfinden, wer denn nun der Schuldige sei. Doch das sieht der Bundesgerichtshof anders.

Nach diesem Urteil des höchsten deutschen Gerichts, so befürchten Experten, könnte nun eine wahre Klagewelle auf unzählige Eltern zurollen. Und viele von ihnen in den Ruin treiben. Denn pro Song werden von den Anwälten der großen Musiklabels üblicherweise um die 200 Euro, pro illegal heruntergeladenem Film sogar 700 Euro veranschlagt.

Was sagen Berliner Eltern zu dem Urteil? Würden sie die eigenen Kinder verpfeifen oder lieber für sie zahlen?

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