„Habe ein gutes Spiel gesehen“

Urs Fischer lobt Union trotz 0:3-Pleite - hat er recht?

Trotz Niederlage gegen Vigo strahlte der Schweizer nach dem Spiel.

Max Ohlert
Lesezeit 2 Min
Urs Fischer "faustet" Torwart Rafal Gikiewicz ab.

Urs Fischer "faustet" Torwart Rafal Gikiewicz ab.

© Ottmar Winter

„Die Mannschaft hat sich gut bewegt, hat ein sehr ordentliches Umschaltspiel und eine gute Raumaufteilung präsentiert. Da war viel Bewegung drin. Nur die Effizienz fehlte etwas“, präzisierte der Schweizer auf Nachfrage.

Und tatsächlich, die Unioner diktierten gegen den Letztjahres-17. der spanischen La Liga über weite Strecken das Spiel. Allerdings, da pflichtete auch Urs Fischer bei, überließen die Galicier Union auch zumeist den Spielaufbau, hielten sich bereit für pfeilschnelle Konter und wurden beim 0:1 auch genau dafür belohnt.

„Ein solcher Stellungsfehler wird, und das habe ich den Jungs auch direkt in der Kabine gesagt, in der Bundesliga gnadenlos bestraft“, betonte auch Trainer Fischer und legte nach: „Und dann liegst du zurück, obwohl du eigentlich mit drei Toren führen könntest.“

Probleme bei den klaren Torchancen

Hier zeigte sich der 53-Jährige in seiner Einschätzung allerdings einen Tick zu zufrieden.

Denn entgegen seiner Aussage hatte Union vor dem 0:1-Rückstand keinesfalls Chancen für drei Tore. Und nach einer Dreifach-Chance auf den Ausgleich in der 34. Minute wurde Union im weiteren Spielverlauf vornehmlich über Schüsse aus der zweiten Reihe gefährlich. Zwingende, herausgespielte Torchancen gab es keine. Ausnahme: Christian Gentners Direktabnahme kurz nach der Pause, die Vigo-Keeper Ruben Blanco bravourös parierte.

Und doch scheint es bei Union eine Diskrepanz zwischen dem Erarbeiten von Abschlussmöglichkeiten und tatsächlichen Torgelegenheiten zu geben. Denn auch wenn ersteres bei den Eisernen für gewöhnlich gut funktioniert, sorgt nur zweiteres für Tore und Punkte in den Pflichtspielen. Hier hat Union nach dem Gradmesser Celta Vigo auf jeden Fall noch Nachholbedarf.

Auch deshalb war Fischer über die Niederlage gar nicht so unglücklich: „Vielleicht war es ein Dämpfer zur richtigen Zeit, um mal ein bisschen auf die Euphoriebremse zu drücken. Die ganze Vorbereitung verlief durchweg positiv und man muss auch lernen, mal mit einer Ohrfeige umzugehen.“ Frei gab er seinen Profis am Sonntag und Montag dennoch. „Ein Straftraining wäre dann vielleicht doch etwas zu Oldschool“, lachte er. 

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