Nein, zu lachen hat die Kanzlerin nichts. Das war im Bundestag zu sehen und beim Tollitätenempfang im Kanzleramt auch.Die angespannte internationale Lage, der Guttenberg-Skandal belasten sie. Kein Wunder. Angela Merkel hat ihre Fürsorge für ihren Verteidigungsminister übertrieben. Noch bevor zu Guttenberg der Doktortitel aberkannt wurde, hat ihn die Kanzlerin freigesprochen. Nach Merkels Rechtsempfinden hat der vernichtende Urteilsspruch der Universität Bayreuth für sie keine Bedeutung. Die Kanzlerin hat ja, nach eigenem Bekunden, lediglich einen Verteidigungsminister berufen, keinen wissenschaftlichen Assistenten, keinen Promovierenden, keine Doktorarbeit. Guttenberg allerdings musste Selbstkritik üben. Und das hat er, variantenreich, getan.Diese Praxis ist in totalitären Saaten, in Einheitsparteien üblich. In einem demokratischen Rechtsstaat ist das neu.Nun darf er sein schönes Amt behalten. Vorerst. Er muss die Bundeswehrreform verwirklichen. Er sollte über seine Aktivitäten am Boulevard nachdenken und er muss sich das Wohlwollen des CSU-Vorsitzenden Seehofer erhalten.Ein Rücktritt als Verteidigungsminister wäre keineswegs das politische Ende des Politikers zu Guttenberg. Er sollte an Franz Josef Strauß denken. Auch er trat als Verteidigungsminister zurück. Strauß überstand auch noch eine lange Liste von Skandalen, scheiterte als Kanzlerkandidat der CDU/CSU und fand immer wieder zurück zu seiner steilen Karriere. Am Ende hat es zum Ministerpräsidenten von Bayern gereicht. Immerhin. Ob das der fränkische Freiherr werden möchte, ist bis heute unbekannt.
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