Berlin - Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) schießt scharf. Der Bundesverteidigungsminister greift Wowereits rot-roten Senat für dessen Haltung zum früheren US-Präsidenten Ronald Reagan an, der sich 1987 für den Fall der Mauer eingesetzt hatte.Der einst mächtigste Mann der westlichen Welt wäre am vergangenen Sonntag 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass sollte nach Guttenbergs Vorstellungen in der Hauptstadt eine Straße oder ein Platz nach Ronald Reagan benannt werden. Doch Berlin ging auf diesen Vorschlag nicht ein. Guttenberg jetzt zornig: "Es ist beschämend, dass ein zwischen Dummheit und Ideologisierung taumelnder Berliner Senat es nicht einmal für nötig befunden hat, 100 Jahre Ronald Reagan zu feiern."Innerhalb der rot-roten Koalition vermutet man Wahlkampf-Hilfe für die CDU hinter den Guttenberg-Angriffen. Senats-Sprecher Richard Meng reagiert gelassen und schießt nicht zurück: "Berlin gedenkt Ronald Reagan in Dankbarkeit zu seiner Solidarität mit der Stadt. Seine Amtszeit war nie unumstritten, aber für Berlin war er ein verlässlicher Partner."Was Guttenberg anscheinend nicht weiß: Die Benennung von Straßen und Plätzen fällt in die Zuständigkeit der Bezirke. Die Senatskanzlei hat deshalb in einem Rundschreiben am 7. Januar alle zwölf Bürgermeister gebeten zu prüfen, ob Ronald Reagan an einem geeigneten Ort auf einem Schild geehrt werden könnte. Ergebnis: In Charlottenburg-Wilmersdorf könnte laut Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) der Joachimstaler Platz nach dem 40. US-Präsidenten benannt werden. Alle 15 Minuten soll dort sein berühmter Spruch von 1987 erklingen, als er vor dem Brandenburger Tor den sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow aufforderte: "Mr. Gorbatschow, tear down this wall!" - "Mr. Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder."Die BVV entscheidet darüber am 17. Februar.------------------------------BU: Bleibt trotz scharfer Angriffe gelassen: Klaus Wowereit (SPD).
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