Senat erfolgreich

Happy End in der Kommerz-Allee

Kurz vor Jahreswechsel gibt’s grünes Licht für die Übernahme.

Elmar Schütze
Lesezeit 2 Min
Protest in Rot und Gelb: Mieter des einstigen Prachtboulevards wehren sich.

Protest in Rot und Gelb: Mieter des einstigen Prachtboulevards wehren sich.

© imago/PEMAX

Am Freitag, dem letzten regulären Arbeitstag des Jahres, hat der Aufsichtsrat der Gewobag den Ankauf der Wohnungen beschlossen. Außerdem wurde eine Berliner Anwaltskanzlei gefunden, die als Mieterbevollmächtigter auftritt.

Mieterschutz laut Sebastian Scheel erreicht

Im November war bekannt geworden, dass der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen vier Blöcke der einstigen DDR-Prachtstraße gekauft hatte.

Ein Block liegt im Milieuschutzgebiet. Die rund hundert Wohnungen gehen an die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft WBM. Für die übrigen drei Blöcke mit 700 Wohnungen sieht der Senat einen „gestreckten Erwerb“ vor. Man kann die Wohnung pro forma kaufen – und dann an die kommunale Gewobag weitergeben.

Der Beschluss der Gewobag zeige nach Auffassung des Staatssekretärs für Wohnen, Sebastian Scheel (Linke), dass der Senat seinem Ziel gerecht geworden sei, die Mieter der Karl-Marx-Allee „vor Verdrängung und untragbaren Mietsteigerungen zu schützen“.

Bei einer Mieterversammlung Mitte Dezember waren rund 500 Bewohner ins ehemalige Kino Kosmos gekommen. Dabei zeigte sich, dass sich viele Bewohner allein bei dem Gedanken daran, sie sollten ihre Wohnungen kaufen – und sei es nur pro forma und für eine kurze Zeit – unbehaglich fühlten.

Jürgen und Gisela Bessler gehören zu den Mietern, die sich gewehrt haben.

Jürgen und Gisela Bessler gehören zu den Mietern, die sich gewehrt haben.

© dpa/Christoph Soeder

Friedrichshain-Kreuzbergs Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) saß mit auf dem Podium im Kosmos. Vielleicht tritt er auch deswegen eher gedämpft auf. Schmidt erinnert er daran, „dass wir absolutes Neuland betreten“. In solch einem Fall sei „ein Vertrauen in die handelnde Politik Bestandteil der Politik“.

Dieses Vertrauen kommt am Mittwoch und Donnerstag auf den Prüfstand. Bei Informationsveranstaltungen nehmen auch die beteiligten Politiker sowie Anwälte der Kanzlei, die als Mieterbevollmächtigter agiert, teil. Dabei würden auch Unterlagen geprüft und registriert, sagt Mietersprecher Norbert Bogedein. Er jedenfalls sei von den „bisherigen Ergebnissen begeistert“, sagt er. 

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