Vor allem durch die filmische Inszenierung der Vogel-Angriffe wurde der Schocker Kult. Wie geht das auf der Bühne? „Ich habe zu Hause dressierte Vögel, die lasse ich raus“, sagt Wolfgang Rumpf, Direktor des Theaters, und lacht. „Nein, natürlich nicht. Wir arbeiten mit Projektionen und Geräuschen – und bringen die Gefahr der Tiere so zu den Zuschauern.“
Menschen in Extremsituationen
Das Stück „Die Vögel“, das Donnerstag Premiere feiert, orientiert sich an der Kurzgeschichte von Daphne du Maurier, von der sich Hitchcock inspirieren ließ. Story: Während der Vogel-Attacken bringen sich vier Menschen in einem Farmhaus in Sicherheit – und versuchen, zu überleben. Der Reiz für Rumpf: „Es hat mich interessiert, wie Menschen in einer Extremsituation mit der drohenden Gefahr umgehen“, sagt er. Er selbst habe so was nie erleben müssen. „Ich wäre aber der besonnene Typ.“
Theater-Direktor Wolfgang Rumpf.
© Bernd Friedel
Warum die Vögel angreifen, ließ Horror-Meister Hitchcock offen. Rumpf sieht die Attacken als Racheakt für den Umgang mit der Natur. „Ich denke an Tierexperimente, an Ställe mit eingepferchten Tieren. Wir essen das Fleisch, weil es billig ist.“ Er selbst ernähre sich achtsam. „Ich esse nicht viel Fleisch, aber wenn, dann greife ich auf Bio-Produkte zurück.“
Es dürfte aber nicht leicht sein, den gleichen Horror zu erzeugen wie 1969. „Ich glaube nicht, dass Hitchcock den gleichen Thrill wie damals erreichen würde“, sagt er. „In der Wirklichkeit sieht man heute schlimmere Dinge.“
„Die Vögel“, Berliner Kriminal Theater, Tickets ab 19 Euro. Infos: www.kriminaltheater.de
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