Besonders eng wird es laut aktuellen Zahlen in beliebten Zuzugs-Bezirken wie Pankow, Treptow-Köpenick, Friedrichshain und Lichtenberg.
Die Lichtenberger Grundschule an der Victoriastadt (Nöldnerstraße 44) platzt schon jetzt aus allen Nähten.
Elternsprecherin Claudia Engelmann zum KURIER. „Derzeit werden hier 380 Schüler unterrichtet, weitere 120 kommen im nächsten Schuljahr dazu. Laut Schulentwicklungsplanung für Lichtenberg soll die Schülerzahl bis 2022 sogar auf rund 750 Schüler wachsen.“
Zu viele Kids für den denkmalgeschützten Bau, der nicht erweitert werden darf.
Engelmann sauer: „Schon jetzt geht die 5. Unterrichtsstunde komplett für die Essenszeit drauf. Denn im Essensraum im Keller haben nur 80 Schüler Platz. Weil in Etappen gegessen wird, hat jedes Kind nur maximal 25 Minuten Zeit für Anstehen und Essen. Viele Kinder kippen den Rest weg, weil sie nicht schaffen, alles aufzuessen.“
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Auch in der Turnhalle ist es eng. Weil dort nur eine Klasse Platz hat, muss die andere im Park turnen. Auch die nur 45 Quadratmeter großen Unterrichtsräume inklusive Garderobe sind für die bis zu 24 Kinder zu klein. Jetzt sollen die Räume jeden Nachmittag auch noch zum Hort umgebaut werden. Konzentrierte Hausaufgaben? Fehlanzeige.
Die Forderung der Eltern: Eine neue Schule muss her. Dafür haben sie sogar schon mit ihren Kindern demonstriert. Doch ein Neubau ist für die Schüler der Grundschule an der Victoriastadt nicht in Sicht. Ein provisorischer Container soll Engpässe abpuffern.
Lichtenbergs Bezirksschulstadträtin Kerstin Beurich zum KURIER: „Der Bezirk hat die aktuellen Umstände sowie die künftige Entwicklung des Schulstandortes im Blick. Das gilt auch für das Problem der Essensausgabe.“
Insgesamt will der Senat in den nächsten zwei Jahren 16 provisorische Container-Schulen errichten. 25,7 Millionen Euro sind eingeplant.
An der Brodowin-Grundschule in Lichtenberg (Liebenwalder Straße 22) gibt es zwar keine räumlichen Engpässe. Dafür fehlt Geld für die Renovierung. Die Initiative haben jetzt die Eltern mit der „Schüler-Union Lichtenberg“ ergriffen, malerten selbst. Mitgewerkelt hat auch der Lichtenberger Bundestagsabgeordnete Dr. Martin Pätzold. Der CDU-Politiker: „Ich will mit der Aktion auf die Missstände im Bezirk aufmerksam machen. 83 Millionen Euro bräuchte der Bezirk, um alle Schulen zu sanieren – kaum umsetzbar bei knappen Kassen. Laut Senatsbeschluss sollen in Berlins Schulen zusätzliche Gelder fließen. Auch die 50 Schulen Lichtenbergs profitieren davon in Millionenhöhe.“
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