Auch die Polizei musste weniger eingreifen und schlichten. Allerdings schockte eine blutige Schießerei in Wedding die ansonsten friedliche Silvesterparty: Zwei Männer wurden verletzt, einer lebensgefährlich.
Plastersteine gegen Streifenwagen
Die Menschen hätten zum Großteil friedlich gefeiert, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. „Aber das Ganze wird überschattet von ein paar Idioten.“ Im Stadtteil Friedrichshain habe eine Gruppe Vermummter einen Streifenwagen mit Pflastersteinen beschmissen, zwei Beamte erlitten Prellungen und einen Schock. Noch heftiger die Mob-Attacke auf Polizisten in Schöneber: 100 Jugendliche bewarfen Polizisten dort mit Böllern. Insgesamt wurden laut einer ersten Bilanz 14 Polizisten in der Hauptstadt bei ihren Einsätzen zu Neujahr verletzt.
Auch die Retter in Brandenburg können aufatmen: Die Polizei registrierte innerhalb der 30 Stunden von Silvester 0.00 Uhr bis zum Neujahrsmorgen 6.00 Uhr 1012 Einsätze, so ein Polizeisprecher am Donnerstag in Potsdam. Im Jahr davor seien es noch 1185 gewesen.
Flasche ins Gesicht, mit Böllern beworfen
Trotz des Rückgangs an Einsätzen gab es Verletzte. In Brandenburg/Havel schlug ein Unbekannter am Neujahrsmorgen gegen 06.15 Uhr einen 24-Jährigen mit einer Flasche nieder und trat ihm ins Gesicht. Das Opfer wurde mit einer Risswunde im Gesicht in ein Krankenhaus geliefert. Warum es zu dem Vorfall nach einer Silvesterparty in einer Diskothek kam, war zunächst unklar.
Zudem kam es Stunden zuvor in der Stadt zu einer Rangelei zwischen mehreren Männern. Laut Polizei begann alles damit, dass sie sich mit Feuerwerkskörpern bewarfen. Ein Mann von ihnen sei mit dem Verdacht auf einen gebrochenen Finger ins Krankenhaus gekommen.
In Frankfurt (Oder) wurde eine verletzte 18-Jährige ins Krankenhaus gebracht, weil sie von ihrem Bruder geschubst und getreten wurde. Der 16-Jährige war laut Polizei betrunken.
Container und Fahrkartenautomat abgefackelt
Es gingen laut Polizei in Brandenburg 55 Anrufe wegen Ruhestörung ein und damit 16 weniger als im Vorjahr. Insgesamt rückten Beamte am häufigsten in Westbrandenburg und dort vor allem in Potsdam aus. Bei den Einsätzen ging es vorrangig um körperliche Auseinandersetzungen, Sachbeschädigungen und Diebstähle.
Zu größeren Bränden wegen Silvesterknallern kam es demnach in Brandenburg nicht. Die Feuerwehr musste vor allem brennende Mülltonnen löschen. „Es war relativ ruhig“, sagte ein Sprecher der Leitstelle Lausitz für Südbrandenburg. Gleiches meldete die Leitstelle Nordwest.
Wegen Silvesterraketen brannte es unter anderem auf einem Balkon in Potsdam und in Altkleider-Containern in mehreren Landkreisen. In der Landeshauptstadt beschädigte vermutlich ein Knaller einen Fahrkartenautomaten auf dem Bahnhof Golm. Die Täter hatten diesen wohl in das Ausgabefach gelegt. Zudem wurden in Brandenburg mehrere Briefkästen und Kaugummiautomaten gesprengt.
In einer Potsdamer Bankfiliale ging am Neujahrstag der Alarm los, weil Unbekannte mit Pyrotechnik den Vorraum der Bank eingenebelt hatten. Die Geldautomaten wurden nicht beschädigt, wie es bei der Polizei hieß. (mit dpa)
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