Der heiße Draht zwischen den beiden ist unübersehbar. Covic umgarnte Grujic im Trainingslager in Neuruppin regelrecht. Mit Worten, per Schulterklopfer. Vor, während und nach den Trainingseinheiten. Kommuniziert wird dabei in ihrer Muttersprache. „Ich kann jetzt klar verstehen, was der Trainer von mir möchte“, erklärt Grujic.
Covic, gebürtiger Berliner mit kroatischen Wurzeln, hat großen Anteil daran, dass Grujic nach seiner ersten Leih-Saison (22 Einsätze, 5 Tore) noch ein weiteres Jahr in Berlin kickt. Bereits im vergangenen Jahr, als Covic noch die U23 trainierte, half er Grujic bei der Eingewöhnungsphase, stand ihm mit Rat und Tat und bei der Wohnungssuche zur Seite.
Dass das Wechsel-Theater ihn in der Sommerpause extrem beschäftigte, gibt der kopfballstarke Mittelfeldmann zu: „Das Thema war den gesamten Urlaub in meinem Kopf.“ Mit Bremen und Frankfurt buhlten auch andere Bundesliga-Klubs um ihn.
Grujic ist es wert
Vergeblich. „Ich hatte drei gute Optionen, aber ich habe die beste gewählt“, erklärt Grujic.
Die Pro-Hertha-Entscheidung lag vor allem an Covic’ Fußball-Idee. „Bei Ante gilt der erste Gedanke immer dem eigenen Spiel: Wir wollen hoch pressen, immer attackieren, den Ball besitzen und tiefe Pässe in die Mitte spielen. Für mich ist das perfekt. Das ist genau mein Spiel“, sagt Grujic voller Vorfreude auf die neue Saison.
Mit Leihgebühr und Gehalt lässt sich Manager Michael Preetz Grujic’ Qualitäten mehr als drei Millionen Euro kosten. Viel Geld für einen Spieler, der nächstes Jahr wohl wieder weg ist, weil Liverpool-Trainer Jürgen Klopp mit ihm plant.
Doch Grujic ist es wert. Der 1,91 Meter große Antreiber wird von seinen Mitspielern aufgrund seiner Bessermacher-Qualitäten „Doktor“ genannt, peilt mit Hertha die Europa League an. „Ein Platz unter den Top sieben ist drin“, sagt er selbstbewusst vor dem Blitzturnier, bei dem Hertha gegen den KSC und Sturm Graz je 45 Minuten spielt.
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