In sieben fixen Schritten

Grilletta-Schnitte: So schmeckt der legendäre DDR-Burger als überbackener Toast

Die Grilletta-Schnitte bringt den Geschmack der DDR zurück: So unterscheidet sie sich von der echten Grilletta – mit Rezept und Anleitung.

Foto von Autor/Autorin: Stefan Henseke
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Die Grilletta-Schnitte: eine flache Bulette auf Toast, mit Käse überbacken

Die Grilletta-Schnitte: eine flache Bulette auf Toast, mit Käse überbacken

© Illustration: STH/KI/Berliner KURIER

In der DDR waren überbackene Schnitten ein Renner. In Restaurants, aber auch zu Hause. Wenn nach Feierabend wenig Zeit blieb, kamen Karlsbader Schnitte, HO-Schnitte oder Feuertoast in den Ofen. Sie waren schnell gemacht, sättigend und verwandelten einfache Zutaten in ein warmes Essen. Die Grilletta-Schnitte knüpft an diese Tradition an – orientiert sich am berühmten DDR-Burger, setzt aber auf knusprigen Toast statt Brötchen und wird mit Käse überbacken.

Die Hackfleisch-Schnitte, die nach Grilletta schmeckt

Überbackene Schnitten gehörten in der DDR zum Küchenalltag. In vielen Familien arbeiteten beide Eltern, deshalb mussten Gerichte schnell zuzubereiten sein und trotzdem satt machen. Mit Brot als Grundlage, einem herzhaften Belag und einer Schicht geschmolzenem Käse entstanden unzählige Varianten, die bis heute Kultstatus genießen.

Die Grilletta-Schnitte (oft auch Hackfleisch-Schnitte genannt) reiht sich in diese Tradition ein. Ihr Vorbild ist die Grilletta, die in der DDR als Antwort auf westliche Hamburger entwickelt wurde.

Statt eines klassischen Burgers mit Sesambrötchen bestand sie meist aus einem länglichen Brötchen mit einer würzigen, oval geformten Hackfleischbulette sowie Ketchup und weiteren Zutaten. Verkauft wurde sie in Gaststätten, Imbissen und Einrichtungen der HO (Handelsorganisation) – für viele bis heute ein Geschmack, der an die Kindheit erinnert.

Die Grilletta-Schnitte übernimmt den herzhaften Geschmack, verändert aber das Konzept. Das Brötchen wird durch Toast ersetzt, die Bulette ist flach und nahezu quadratisch geformt, damit sie die Brotscheibe vollständig bedeckt. Anschließend kommt eine Scheibe Käse darüber und alles wandert in den Backofen.

Heraus kommt kein Burger, sondern eine knusprige, überbackene Schnitte – deftig, schnell gemacht und ein typischer Vertreter der beliebten DDR-Ofenküche. Wer mag, verfeinert das Rezept, legt auch noch Gurke und Zwiebeln zwischen Fleisch und Käse, um möglichst nah an den Grilletta-Geschmack zu kommen. Und: Man kann das Fleisch natürlich ebenso in der Pfanne wie auf dem Grill zubereiten.

Die Zutaten für Grilletta-Schnitten (für 4 Personen)

300 g gemischtes Hackfleisch

1/2 in Wasser aufgeweichtes Brötchen

1 kleine Zwiebel

1 kleines Ei

4 Scheiben Toastbrot

4 Scheiben Cheddar oder Gouda

4 TL Ketchup

Butter

1 TL Senf

Salz, Pfeffer

Am Alexanderplatz gab es in den 80er-Jahren die Gaststätte Grilletta, die als „herzhafter Schnell-Imbiss“ beworben wurde.

Am Alexanderplatz gab es in den 80er-Jahren die Gaststätte Grilletta, die als „herzhafter Schnell-Imbiss“ beworben wurde.

© Frank Sorge/imago

Schritt-für-Schritt-Anleitung für Grilletta-Schnitten

Schritt 1: Das eingeweichte Brötchen gut ausdrücken. Die Zwiebel fein würfeln.

Schritt 2: Hackfleisch, Brötchen, Zwiebel, Ei, Senf, Salz und Pfeffer gründlich verkneten.

Schritt 3: Vier möglichst flache, leicht quadratische Grilletten formen, damit sie auf die Toastscheiben passen.

Schritt 4: Die Grilletten in einer heißen Pfanne (oder auf dem Grill) von beiden Seiten kräftig anbraten. Sie müssen noch nicht vollständig durchgegart sein.

Schritt 5: Die Toastscheiben von einer Seite leicht anrösten und die  ungeröstete Seite mit Butter bestreichen und jeweils mit einer Grilletta belegen. Pro Schnitte einen Teelöffel Ketchup auf dem Fleisch verteilen. Zum Schluss jede Grilletta-Schnitte mit einer Scheibe Cheddar oder Gouda belegen.

Schritt 6: Alles im auf 180 Grad Umluft vorgeheizten Backofen backen, bis der Käse geschmolzen ist und leicht zu bräunen beginnt.

Schritt 7: Heiß servieren – dazu passen Cocktailtomaten oder ein kleiner Salat.

Was waren damals Ihre liebsten Schnitten-Rezepte? Schreiben Sie eine Mail mit Ihren Vorschlägen an leser-bk@berlinerverlag.com.

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