Graciano Rocchigiani

Die Rocky-Horror-Show

Graciano „Rocky“ Rocchigiani, ein Ex-Box-Weltmeister schlägt sich selbst k.o. Ein Haudegen, bei dem ein Skandal den anderen jagt. Jetzt die Prügel-Anzeige. Rocky soll seine Bekannte Nadine D. (29) geschlagen haben.

K. Oberst C. Keikus
Lesezeit 3 Min
Gestern steigt Rocky am Hotel in eine Taxe.

Gestern steigt Rocky am Hotel in eine Taxe.

© Oberst Lizenz

Fast vier Jahre hat Rocchigiani ohne Ausraster gelebt. Seit ihn Freundin Sonia P. im November 2007 aus dem Knast in Bielefeld geholt hatte. Dort hatte Rocky eine einjährige Reststrafe abgesessen, wegen Verstoßes gegen diverser Bewährungsauflagen.

Jetzt wieder ein Absturz. Nach der Trennung von Sonia P., im April, dem Rauswurf aus der gemeinsamen Wohnung in Charlottenburg und dem Beziehung-Zoff mit seiner neuen Ex Nadine D. aus Brandenburg. Nicht zu vergessen, die Alkohol-Eskapade am Wochenende (KURIER berichtete). Es scheint, als habe sich Rocky mal wieder selbst ein Bein gestellt. Er sagt, es sei nichts gewesen.

Bei früheren Ausrastern hatten dagegen oft die anderen Schuld, schreibt Rocchigiani in seiner Autobiografie. Wie am 22. Dezember 1987. Bei der Schlägerei vor dem „Big Eden“ am Kurfürstendamm waren es ein Taxi-Fahrer, die Polizisten und auch noch Bruder Ralf. Der Taxi-Fahrer, der ihn und Bruder Ralf dort hin brachte, rief „Mutterficker!“ Die Brüder kamen nicht an ihn ran, weil der sein Auto verrammelte. Nach dem Club-Besuch stand draußen die Polizei. Laut Rocky, war es Ralf, der durchdrehte, ein „Bulle macht den Abflug“, landet in einer Glasvitrine. „Reflexartig nehmen Ralf und ich Boxerstellung ein ... Die nächsten Minuten werden tränenreich.“ Rocky will kein Mal zugeschlagen haben – 26 000 Mark Geldbuße.

Im Sommer 1989 geht es um Menschenhandel, Zuhälterei und Erpressung. Rocky hatte sich mit einem Zuhälter eingelassen, einer Hure geraten: „Mach doch lieber, was er sagt, sonst kriegst du doch nur Stress.“ Ein kurzer Satz. „Zweieinhalb Sekunden, die mich fast zweieinhalb Jahre meines Lebens kosteten“, schreibt er in seinem Buch. Rocky wurde später freigesprochen.

Im Frühjahr des Jahres bekam er Ärger mit seinem Fahrprüfer. Der Mann ließ ihn wegen eines gefährlichen Fahrmanövers durchfallen. Rocky sah das anders. „Ich packe ihn am Schlafittchen und schubse ihn weg.“ Zwei Jahre Prüfungssperre!
Danach schnappten ihn Polizisten, als er besoffen mit seinem Mofa über den Kudamm düste. „Es bleibt mir nichts, als über meine eigene Dummheit den Kopf zu schütteln.“

Danach kam Rocky einstweilen zur Besinnung. Bis zum 14. Februar 1996. Da soll er bei einer Verkehrskontrolle einen Polizisten angefahren haben – acht Monate auf Bewährung . Im Dezember des Jahres schlug er im Streit einen Wiener Hausmeister. Rocky dazu: „Er hat mich beschimpft.“ Vier Monate auf Bewährung.

2001 schlief Rocky nach einer Sauftour in einem fremden Opel. Polizisten weckten ihn. „Vor Gericht dreht es sich später hauptsächlich um Prellungen und Schürfwunden, die eine gegnerische Garde davongetragen hat.“ Rocky saß von Januar 2002 bis 10. November in Tegel. Mal sehen, wer sein nächster Gegner ist.

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