Eigentlich war es lange klar, trotzdem hatte Robin Gosens (29) bis zum Schluss noch ein Fünkchen Hoffnung, dass doch noch sein EM-Traum mit der Nationalelf wahr wird. Sein Donnerstag ist es amtlich! Gosens spielt nicht beim Heim-Turnier für den DFB. Bitter! Die Enttäuschung sitzt beim linken Außenverteidiger tief. Wird daraus für das Saisonfinale am Sonnabend (15.30 Uhr) gegen den SC Freiburg eiserner Trotz? Der 1. FC Union hofft es.
Interimstrainer Marco Grote setzt bei Gosens auf die „Jetzt-erst-recht-Karte“ und sagte: „Das Gespräch haben wir geführt. Natürlich ist es menschlich nachvollziehbar, dass Robin enttäuscht ist. Am Ende ist er aber auch Profi genug. Ich denke, dass er das eine oder andere zusammenzählen konnte, dass es eventuell möglich sein würde, dass er nicht dabei ist. Er wird damit so umgehen, wie er auch ist. Das, was an Enttäuschung drin ist, wird er dann als Energie auf den Platz bringen.“
Grote über Gosens: „Aus Enttäuschung Energie machen“
Für Gosens ist es die zweite herbe Schlappe bei der Nationalelf, schon bei der WM in Katar vor anderthalb Jahren wurde er nicht nominiert. Nagelsmann hatte für die EM seit November einen radikalen Strategiewechsel bei der Auswahl der Nationalspieler vorgenommen. Der Bundestrainer begründete es auch bei der Verkündung des EM-Kaders noch mal: „Es ist besser, wenn Spieler mit Erfolgen zur Nationalelf kommen und nicht gebeutelt sind durch Misserfolge in der Saison.“ Schon bei den Testsiegen gegen Frankreich (2:0) und Holland (2:1) im März war Gosens nicht mehr dabei.
Gosens wollte sich durch seinen Wechsel im Sommer 2023 von Inter Mailand zum 1. FC Union wieder mehr in Deutschland in den Fokus spielen. Dazu lockten die Champions-League-Spiele mit den Köpenickern. Doch der Plan ging nicht auf. Statt Glanz und Gloria muss Union um den Klassenerhalt zittern. Mittendrin Gosens, der noch einer der besten Spieler der Saison bei den Eisernen war. Mit sechs Treffern ist der linke Schienenspieler der beste Torschütze im Team. Dazu bereite er noch vier Treffer vor.
Gosens zum Abstiegskrimi: „Noch ist alles möglich“
Grote macht Gosens Mut für den Abstiegskrimi am Sonnabend und lobt ihn sogar: „In Köln hat es Robin richtig gut gemacht, er war im Spiel, er hat das richtig gut gemacht. Er war sehr präsent. Er hat viele gute Aktionen mit eingeleitet. Er ist ein torgefährlicher Spieler. Die linke Achse war eine gute Variante in der Partie.“
Nach der Last-minute-Pleite (2:3) in Köln appellierte Gosens via Instagram noch mal an den Kampfgeist: „Keine Ausreden. Für unsere Situation sind wir komplett selbst verantwortlich. Am Samstag haben wir noch ein Finale. Noch ist alles möglich.“ ■
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