Giftköder-Alarm

Der Atlas, der Hunde rettet

Amtliche Internet-Plattform „Giftköderalarm“ soll Herrchen warnen ...

Erik Baumgärtel
Lesezeit 2 Min
Es sind diese grausamen Methoden, die Justizsenator Thomas Heilmann bewegten, eine offizielle Seite gegen Giftköder online zu stellen. 

Es sind diese grausamen Methoden, die Justizsenator Thomas Heilmann bewegten, eine offizielle Seite gegen Giftköder online zu stellen. 

© dpa

Es war dieser schreckliche Moment im Jahr 2013, der Thorsten Schatz (CDU) wachrüttelte. Sein Labrador Orko bezahlte einen Giftköderanschlag fast mit dem Leben, weil irre Hundehasser Schinkenstücke mit Rattengift präparierten. Schatz beschloss zusammen mit seinem Parteikollegen, den Bundestagsabgeordneten Kai Wegner, Front gegen diese Art von Hundehass zu machen. 

Giftköder, der in Staaken gefunden wurde.

Giftköder, der in Staaken gefunden wurde.

© Thomas Lebie

Jetzt trägt ihr Engagement Früchte. Gestern stellten beide, zusammen mit Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) und den Tierschutzbeauftragten Berlins, Prof. Horst Spielmann, den ersten amtlichen Online-Giftköderatlas vor.

Der Vorteil gegenüber anderen Portalen: Hinweise, die auf der Plattform gemeldet werden, sind stets auf ihre Echtheit überprüft. So sollen Polizei, Ordnungs- und Veterinärämter künftig enger zusammenarbeiten können und durch die Hinweise versuchen, die Täter zu überführen. 

Wurststücke mit Rasierklinge.

Wurststücke mit Rasierklinge.

© Thomas Lebie

Aber vor allem Hundebesitzer profitieren. Eine virtuelle Stadtkarte zeigt alle verzeichneten Gefahrenquellen für Hunde, wo absichtlich Köder ausgelegt wurden, um das Tier zu verletzen oder zu töten. Funde melden können auch Nicht-Hundebesitzer. Außerdem gibt es wichtige Tipps, was in solch einem Fall zu unternehmen ist. 

Hunde wollen sicher schnüffeln dürfen.

Hunde wollen sicher schnüffeln dürfen.

© dpa

Tierschutzbeauftragter Horst Spielmann: „Sollte Ihr Hund einen der Köder gefressen haben, sofort zum Tierarzt gehen! Wenn möglich, sichern Sie die Beweise mit einem Foto oder in einer Tüte und übergeben Sie diese der Polizei. Anschließend Strafanzeige stellen und zugleich das Veterinäramt informieren.“

Über 139 Giftköderanschläge wurden bislang auf der Plattform gemeldet, 31 allein in diesem Jahr. Spitzenreiter ist der Bezirk Reinickendorf (20 aktenkundige Vorfälle).

Kleine Wiener voller Gift.

Kleine Wiener voller Gift.

© picture alliance / dpa

Seit Monaten betrieb Thorsten Schatz ein privates Facebook-Profil, wo Halter Funde melden konnten. Doch erst jetzt ging die Idee mit Amtsstempel online. Sogar der Landeshaushalt schoss 100.000 Euro hinzu. 

Trotzdem wird die Homepage zum Großteil ehrenamtlich betrieben. Eine App für das Smartphone ist bereits in Planung. Neben vielen Hinweisen und Informationen sagt Schatz: „Es geht uns vor allem um eine bewusstere Wahrnehmung der grausamen Kreativität der Hundehasser“.  

Hier geht's zur Website:

http://www.berlin.de/lb/tierschutz/service/giftkoederatlas/

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