Gift-Waffeln

Die Jagd nach der Parkhexe

Anwohner sind in Angst, sie wollen der Polizei helfen, die Frau schnell zu fassen

Eric Richard Alexander Schmalz
Lesezeit 3 Min
Tatort Wröhmännerpark in Spandau: Hier hatte die Parkhexe einem jungen Liebespaar eine Tüte mit vergifteten Keksen angeboten. Damit es keine weiteren Taten gibt, wollen viele Parkbesucher dabei helfen, die Frau zu überführen. 

Tatort Wröhmännerpark in Spandau: Hier hatte die Parkhexe einem jungen Liebespaar eine Tüte mit vergifteten Keksen angeboten. Damit es keine weiteren Taten gibt, wollen viele Parkbesucher dabei helfen, die Frau zu überführen. 

© Richard/Polizei (Montage)

Sie glaubten an das Gute im Menschen. Kurz darauf lagen sie mit Bauchschmerzen und Brechreiz im Krankenhaus. Janine S. (18) und Ole M. (20, beide Namen geändert) tappten Mittwochnachmittag in die hinterhältige Giftfalle. Eine etwa Mitte 40-jährige 1,50-Meter-Frau, die bereits öfter in Begleitung eines etwa 50 Jahre alten Mannes in der Gegend gesehen worden war, hatte das junge Liebespaar im Wröhmännerpark Waffeln angeboten.

Bernd Titelius (68) glaubt, dass die Parkhexe krank ist. „Von der lasse ich mir die Vorfreude auf Weihnachten nicht nehmen“. 

Bernd Titelius (68) glaubt, dass die Parkhexe krank ist. „Von der lasse ich mir die Vorfreude auf Weihnachten nicht nehmen“. 

© Eric Richard

„Eine erste Untersuchung hat ergeben, dass in den Keksen ein Mittel ist, dass auch ein Bestandteil von Rattengift ist“, erklärt ein Polizeisprecher. Woher das Gift stammen könnte und wie es genau zusammengesetzt ist, werden die Ermittler erst Mitte nächste Woche erfahren.

Janine S. und ihr Freund haben das Gröbste überstanden und sofort eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung erstattet. Daraufhin schwärmte die Polizei im Spandauer Kiez aus, um Anwohner zu befragen und Plakate aufzuhängen. Da die Täterbeschreibung auf viele Frauen passt und es noch kein Phantombild gibt, gingen bei der Polizei gestern nur vier Hinweise ein.

Die Brüder Steven, Kevin und Sven Eichhorn sind in der Gegend aufgewachsen. Sie wollen bei der Jagd nach der Täterin helfen. 

Die Brüder Steven, Kevin und Sven Eichhorn sind in der Gegend aufgewachsen. Sie wollen bei der Jagd nach der Täterin helfen. 

© Eric Richard

Die Giftattacke schlug hohe Wellen. Parkgänger fühlen sich betroffen und wollen bei der Jagd auf die Parkhexe helfen. „Wir sind sprachlos“, sagt Steven Eichhorn (26), der mit seinen Brüdern Kevin (25) und Sven (37) hier aufgewachsen ist. „Wir halten die Augen auf. Diese Frau darf nicht länger draußen rum spazieren“, meint Steven.

Die Angst vor weiteren Taten ist immens. Manfred Kauer (47), der täglich mit seinem Hund Cora in dem Park spazieren geht: „Bisher haben diese Verrückten immer Hunde vergiftet. Jetzt machen die nicht mal vor Menschen Halt. Erschreckend!“ Anwohnerin Beate Radmann ist fassungslos: „Hier im Park sind täglich so viele Kinder. Kaum auszudenken, was mit ihnen passieren kann.“ Und Rentner Bernd Titelius (68) glaubt: „Diese Frau muss doch total krank sein.“

Das Motiv der Parkhexe beschäftigt auch die Polizei. Handelte sie aus Hass auf die Gesellschaft oder aus Neid auf die Jugend der beiden? Polizei und Anwohner sind ihr auf der Spur. ERI, LEX

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