Gift-Alarm am Tegeler See

Die No-Gassi-Area

Mehrere Hunde starben nach Spaziergängen, nun geht die Angst um.

Florian Thalmann Eric Richard
Lesezeit 2 Min
Halil Mutlu (33) ging früher gern mit seinen Hunden Luxi und Tinka Bell am See spazieren, doch jetzt fürchtet er um ihr Leben.

Halil Mutlu (33) ging früher gern mit seinen Hunden Luxi und Tinka Bell am See spazieren, doch jetzt fürchtet er um ihr Leben.

© Eric Richard

Noch vor Tagen tollte Hündin Tinka (8) fröhlich herum – nun ist die Mischlings-Dame tot. Vergiftet, wahrscheinlich durch den Angriff eines Hundehassers, der Anwohner rund um den Tegeler See in Angst und Schrecken versetzt.

Mittlerweile wurden 15 Hunde vergiftet

„Wir waren mit Tinka am See, unweit des Strandbades Tegel“, sagte Herrchen Tobias Arendt (31) dem KURIER. „An einer der Badebuchten setzten wir uns auf eine Decke, spielten mit ihr, warfen Stöckchen.“ Nach einer Stunde zitterte Tinka beim Aufstehen, torkelte beim Laufen und brach zusammen. Auch ein schneller Besuch beim Tierarzt rettete die Hündin nicht, sie starb.

Tinka war gerade acht Jahre alt, brach nach dem Spielen am Tegeler See plötzlich zusammen und starb.

Tinka war gerade acht Jahre alt, brach nach dem Spielen am Tegeler See plötzlich zusammen und starb.

© Eric Richard

Tinka ist nicht das einzige Opfer. Mittlerweile wurden 15 Hunde vergiftet, heißt es von offiziellen Stellen – und das sind nur diejenigen, deren Herrchen und Frauchen Anzeige bei der Polizei erstatteten. Zwei wurden bereits obduziert.

Es war tatsächlich Gift im Spiel, so die Aussage der Mediziner. Unklar ist, durch welche Substanz die Hunde zu Tode kamen. Sicher ist, dass keiner der Hunde Giftköder fraß – dafür knabberten sie am Gras oder tranken aus dem See. Die Polizei lässt deshalb nun Wasserproben untersuchen, ein Ergebnis gibt es allerdings noch nicht.

Überall um den See hängen diese Warn-Meldungen.

Überall um den See hängen diese Warn-Meldungen.

© Eric Richard

Überall hängen Warnschilder, kaum einer traut sich mit Vierbeiner her

Unter Berliner Hundehaltern gibt es wilde Spekulationen. Von Pestiziden ist die Rede, von Salzen und von Süßstoff, der für Hunde gesundheitsschädlich ist. Klar sind nur Orte, an denen die unsichtbare Gefahr lauert.

Es geht um den Park am Borsigdamm, um die Badestellen an der Neheimer Straße und am Forsthaus und das Ufer der Malche.
Nun geht die Angst um. Als sich der KURIER vor Ort umschaute, waren die Spazierwege leer – überall hängen Warnschilder, kaum einer traut sich mit Vierbeiner her. „Ich bin früher gern mit meinen Hunden Luxi und Tinka Bell hier spazieren gegangen“, sagte Halil Mutlu (33). „Jetzt meide ich das Gebiet. Ich kann mir nicht erklären, was Hundehasser antreibt.“

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema