Gewinner der Hinrunde

Volltreffer Lenz macht einfach weiter so

Der Verteidiger will eine noch bessere Rückrunde folgen lassen.

Mathias Bunkus
Lesezeit 3 Min
Christopher Lenz hat das Ziel für seinen Schuss mit der Innenseite fest im Blick.

Christopher Lenz hat das Ziel für seinen Schuss mit der Innenseite fest im Blick.

© Matthias Koch

„Union ist einfach ein geiler Klub“, so der 25-Jährige, der 16 von 17 möglichen Bundesligaspielen bestritten hat. Wie sehr er sich mittlerweile mit Union identifiziert, dafür gibt es Beispiele. „Ich war mit Freunden vor zwei Jahren zum ersten Mal beim Weihnachtssingen. Ich bin dahin gegangen, ohne mir vorher davon ein Bild zu machen, wollte alles einfach nur auf mich wirken lassen.“ Ergebnis: Er will immer wieder hin.

Auch vor dem Derby stellte sich ein ungeahntes Kribbeln bei ihm ein. „Normalerweise gehe ich immer ganz cool und gelassen an die Spiele heran. Doch das war diesmal anders. Das begann schon in den Tagen davor, als die Zeitungen voll waren. Man hat gemerkt, wie wichtig den Fans das Spiel war.“ Umso größer die Genugtuung, dass Union das Ding ziehen konnte. „Es war schön zu sehen, dass Hertha nicht einfach so in beiden Spielen drei Punkte holen kann“, erinnert er an die vollmundigen Versprechen von Manager Michael Preetz und Ex-Trainer Ante Covic, dem blau-weißen Anhang zwei Derbysiege zu schenken.

Schwer vorstellbar war auch vor einem Jahr, dass Lenz dermaßen durchstarten würde. Im damaligen Trainingslager im spanischen Jerez de la Frontera hatte Ken Reichel noch die Nase vorn. Elf Einsätze verzeichnete Lenz nur, vier davon waren von kurzer Dauer. Diesmal gab Unions Trainer Urs Fischer Lenzer von Beginn an eine Chance. Die er nutzen konnte.

„Er war schon immer gut. Alles, was ihm gefehlt hat, war Spielpraxis“, ist Christopher Trimmel, Zimmerkollege im Campomamor, von dem Aufschwung des 1,80 m großen Linksfußes nicht überrascht.

Die Begründung seines Kapitäns hält Lenz für nachvollziehbar, sieht sie aber nicht als einzigen Grund. „Natürlich hilft es, wenn einem der Trainer das Vertrauen schenkt und einen nicht sofort nach einem schlechten Spiel rausnimmt. Man gewinnt so mehr Sicherheit“, sagt Lenz und verweist auch darauf, dass er sich weiterentwickelt habe. „Der Trainer hat mir vor der Saison klare Ansagen gemacht, wo ich mich verbessern muss. Das braucht man als Fußballer“, sieht er Fischer als einen wichtigen Entwicklungsfaktor für sein Spiel.

Schlussendlich profitierte er natürlich auch vom Systemwechsel zur Dreier- respektive Fünferkette. Dadurch kann er seinen Offensivdrang jetzt besser ausleben. Das will er auch in der Rückrunde. Denn eines weiß er: „Nachlassen darf ich nicht.“ Gilt für ihn wie das gesamte Team. 

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