Nach den vorläufigen Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) stiegen die Zahlen bei der Gewaltkriminalität im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um etwa 17 Prozent nach oben. Das teilte das BKA am Donnerstag in Wiesbaden mit. Der Zuwachs sei vor allem auf öffentlichen Straßen und Plätzen zu verzeichnen - weniger im privaten Wohnraum, so das BKA.
In die PKS fließen alle Delikte ein, die der Polizei bekannt werden. Die Zählung erfolgt, wenn der Fall an die Strafverfolgungsbehörden abgegeben wird.
Als Gründe für den Anstieg der Gewaltkriminalität nannte das BKA vorallem drei Gründe:
1. Corona-Schranken fallen: Viele Menschen sind nach dem Wegfall der letzten coronabedingten Einschränkungen im Frühjahr 2023 wieder mehr in der Öffentlichkeit unterwegs. Dadurch ergäben sich mehr Tatmöglichkeiten und -anlässe.
2. Inflation steigt: Erstmals seit Jahren wird die Inflation in der Bevölkerung als wesentliches Problem wahrgenommen, heißt es in dem BKA-Papier. „Dies korreliert mit der Zahl der Gewaltdelikte.“ In wirtschaftlich schwächeren Regionen seien die Fall- und Tatverdächtigen-Zahlen deutlich höher. Weiterer Aspekt seien die sozialen Belastungen von Kindern und Jugendlichen als Folge der Corona-Maßnahmen. Diese könnten sich auf die Anfälligkeit für Straftaten auswirken, so das BKA.
3. Mehr Zuwanderung: BKA-Experten sehen die aktuell hohen Zuwanderungsraten als Faktor, denn dadurch steige die Bevölkerungszahl insgesamt an und auch der Anteil von Ausländern an der Gesamtbevölkerung. „Es sei davon auszugehen, dass viele Schutzsuchende mehrere Risikofaktoren aufweisen, die Gewaltkriminalität wahrscheinlicher machen“, schreibt das BKA, „dazu gehören die Lebenssituation in den Erstaufnahmeeinrichtungen sowie wirtschaftliche Unsicherheiten und Gewalterfahrungen.“
Bei den Gewalttaten sei im ersten Halbjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar ein stärkerer Anstieg bei Ausländern als bei Deutschen zu verzeichnen, teilte das BKA mit. Im Verhältnis zur deutlich gestiegenen Anzahl nichtdeutscher Menschen an der Gesamtbevölkerung falle der relative Anstieg deutscher und nichtdeutscher Tatverdächtiger jedoch ähnlich aus.
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