Wenn auf Hillary Clinton vor oder nach der US-Präsidentschaftswahl ein Attentat verübt werden sollte, dann weiß jeder, der den Wahlkampf verfolgt, wer den Finger indirekt am Abzug hatte: Donald Trump.
Es ist möglicherweise nur noch eine Frage der Zeit, bis es dazu kommt. Trump hat in den USA ein Klima der Gewalt gegen seine demokratische Kontrahentin geschaffen. Er bezeichnet Clinton immer wieder als Kriminelle, worauf seine fanatisierten Anhänger rufen „Sperrt sie ein“. Einer seiner Berater sagte, Clinton gehöre „wegen Landesverrats erschossen“. Ein anderer Berater kündigte ein „Blutbad“ an, falls Trump der Wahlsieg „gestohlen“ würde.
Den furchtbaren Höhepunkt der Aufrufe zur Gewalt gegen Clinton lieferte wieder Trump selbst. Falls Clinton gewinne, könnten nur noch die Anhänger des Waffentragens eingreifen. Von vielen Amerikanern ist dies als Mordaufruf verstanden worden. Zumindest jeder verwirrte Trump-Anhänger kann dies so verstehen.
Wir Deutsche schauen fassungslos auf diese Art der politischen Auseinandersetzung. Aber auch in Deutschland gibt es zunehmend ein Klima der Gewalt gegen Politiker, hervorgerufen durch Rechtsradikale, Pegida- und AfD-Leute. Zu den direkten und indirekten Gewaltaufrufen gehört, wenn Angela Merkel vom „Pack“ in Heidenau und bei Demonstrationen als „Volksverräterin“ beschimpft wird, wenn bei Pegida ein Galgen herumgetragen wird, an dem Merkel und Sigmar Gabriel aufgehängt werden wollen. Und dazu gehört auch, wenn AfD-Mann Gauland Merkel als „Kanzler-Diktatorin“ beschimpft. Wir haben also allen Grund, auch in Deutschland wachsam zu sein. Auch hier kann jederzeit verbale in direkte Gewalt gegen Politiker umschlagen.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com