Mit großen Pflastersteinen seien Mitarbeiterinnen im Bezirk Mitte jüngst beworfen worden, erklärt Manuela Neek vom Sachgebiet Parkraumüberwachung auf Anfrage des KURIER: „Der Mangel an Respekt ist deutlich spürbar.“ Das belegen die Attacken auf Mitarbeiter: Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 30 Angriffe (davon 13 mit Verletzungen). In diesem Jahr waren es bis Ende Oktober 31 (davon 15 mit Verletzungen).
Noch dramatischer sieht es im Bezirksamt Pankow aus, das für die noch junge Parkraumbewirtschaftung im Prenzlauer Berg zuständig ist (erste Zonen seit 2010). „Die Stimmung ist aggressiver geworden“, sagt der zuständige Stadtrat Torsten Kühne. Das Ordnungsamt registrierte 2013 insgesamt 42 schwerwiegende tätliche Übergriffe auf Mitarbeiter, die Anzeige erstatteten. In diesem Jahr darf eine ähnliche hohe Zahl erwartet werden – bis Oktober waren es 38 Vorfälle.
In Bezirken ohne Parkraumbewirtschaftung gibt es wesentlich weniger Übergriffe, die es aber mitunter bei der Aggressivität in sich haben. Die Neuköllner Ordnungsamtsleiterin Nicole Gebell berichtet im KURIER über einen Angriff, bei dem ein Mitarbeiter in den fließenden Verkehr gestoßen werden sollte. Ihr Bezirksamt verzeichnete 2013 insgesamt drei Attacken auf Mitarbeiter und 2014 bisher nur eine.
Nicht weniger aggressiv geht es in Lichtenberg zur Sache. Ordnungsamtsleiter Wolfgang Mauermann schildert Fälle mit Fahrrad und Auto, die als Waffe eingesetzt wurden. Bei einer Attacke bekam ein Mitarbeiter eine Hundekette ins Gesicht geschlagen. Die Angriffe haben sich von fünf in 2013 zu bisher neun in diesem Jahr fast verdoppelt.
Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf überrascht dagegen mit seiner Antwort positiv: „2013 und 2014 gab es keine Angriffe auf die Mitarbeiter.“
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com