Getötete Melanie

Ihr Killer wartete im Kirschgarten

Sie kam für einen Neustart nach Berlin. Ein Spaziergang wurde ihr zum Verhängnis.

Alexander Schmalz Klaus Oberst
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Blaulicht der Polizei (Symbolbild)

Blaulicht der Polizei (Symbolbild)

© dpa

Ein Flaschensammler entdeckte am Sonntagmittag die Leiche von Melanie R. in einem Gebüsch am Mauerradweg in Pankow. Sofort war klar: Die freie Social-Media-Beraterin war getötet worden. Anschließend wurde ihre Leiche hinter Garagen nahe dem Bahngelände an der Straße Esplanade/Ecke Dolomitenstraße abgelegt.

Am Freitagabend spurlos verschwunden

Der Fundort befindet sich etwa 70 Meter von einer Wiese entfernt, auf der die 30-Jährige oft in ihrer Freizeit die Natur genoss. Unter japanischen Kirschbäumen hatte sie liebend gern gelesen, berichten Freunde der Toten. So wohl auch am Freitagabend als sie spurlos verschwand.

Melanie R. wohnte nur 400 Meter von ihrem Lieblingsplatz entfernt, in einer Einraumwohnung. Freunde von ihr wollen sie am Freitagabend zuletzt gesehen haben. Am nächsten Tag gaben sie eine Vermisstenanzeige bei der Polizei auf, weil sie „Meli“ Zuhause nicht antrafen und telefonisch nicht erreichten. Offenbar war sie wie so oft durch die Kleingartenanlage Bornholm II spaziert, um unter den blühenden Kirschbäumen die Woche ausklingen zu lassen.

Polizei steht vor einem Rätsel 

Der Mord gibt der Polizei Rätsel auf. Ermittler der 5. Mordkommission waren diesen Dienstag erneut in der Kleingartenkolonie, um nach Zeugen zu suchen. Die Mordermittler gehen davon aus, dass die Tat zwischen Freitagabend und Samstagvormittag geschah. Ob es sich um ein sexuell motiviertes Verbrechen oder um einen Raubmord handelt, wollten weder Staatsanwaltschaft noch Polizei kommentieren. Auch zur Todesursache machten die Behördensprecher keine Angaben. Das sei Täterwissen, hieß es.

Freunde und Angehörige sind fassungslos. In ihrer freien christlichen Kirchengruppe betet man für Melanie R. Die junge Unternehmerin war beruflich gerade durchgestartet in Berlin. Nach ihrem Studium in Madrid, Hohenheim und Tübingen war sie mehrere Monate in Südafrika gewesen. Nach ihrem Engagement für Arme kam sie nach Berlin. Hier hatte sie im vergangenen halben Jahr begonnen, sich beruflich zu verwirklichen. Sie beriet Firmen, wie sie sich im Internet zu präsentieren haben.

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