Geschäftsmeile am Ende

Stirbt die Frankfurter Allee?

Die Mieten explodieren, Kunden bleiben weg und Geschäfte sowie Kneipen machen dicht.

BK
Lesezeit 3 Min

So wie Angela Kismann. Seit 15 Jahren hat die 57-Jährige ihr Geschäft „String Tanga“ in der Frankfurter Allee. „Jetzt muss ich schließen. Aus, vorbei“, sagt die Berlinerin traurig. Der Grund: Der Hauseigentümer will sanieren, dafür müssen die Mieter raus. Dann ist Kismann arbeitslos. „Umziehen ist einfach nicht drin. Die hohen Mieten hier im Kiez kann sich doch keiner mehr leisten!“

Wie Kismann geht es vielen Ladenbesitzern in der Frankfurter Allee. Erst blühendes Geschäft, plötzlich leere Schaufenster. „Hier sind die Mieten bis zu 150 Prozent höher als anderswo“, klagt der Besitzer eines Schuhladens. Auch er muss schließen, konnte die Miete schlichtweg nicht mehr bezahlen. Wenige Meter weiter, an der S-Bahn-Station Frankfurter Allee. Hier betreibt Eveline Flemming seit 1991 einen Strumpfladen. Noch. Sie soll vom Grundstückseigentümer rausgeklagt werden. „Die wollen hier schicke und moderne Läden einrichten. Und mich dafür auf die Straße setzen. Einfach so“, empört sich die 65-Jährige.

3,6 Kilometer zieht sich die Frankfurter Allee durch Berlin, jetzt droht der Geschäftsmeile das Aus.

3,6 Kilometer zieht sich die Frankfurter Allee durch Berlin, jetzt droht der Geschäftsmeile das Aus.

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Auch in der modernen „Plaza Frankfurter Allee“ gehen die Umsätze nach unten.

Auch in der modernen „Plaza Frankfurter Allee“ gehen die Umsätze nach unten.

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Viele Geschäfte machen dicht.

Viele Geschäfte machen dicht.

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Eisverkäufer Michael Wehlitz kämpft weiter.

Eisverkäufer Michael Wehlitz kämpft weiter.

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Eveline Flemming betreibt seit 1991 einen kleinen Strumpfladen an der Frankfurter Allee. Jetzt soll sie vom Grundstückseigentümer auf die Straße gesetzt werden.

Eveline Flemming betreibt seit 1991 einen kleinen Strumpfladen an der Frankfurter Allee. Jetzt soll sie vom Grundstückseigentümer auf die Straße gesetzt werden.

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Angelika Kismann steht in ihrem Dessousladen. Nach 15 Jahren harter Arbeit muss sie ihr Geschäft nun schließen, die hohe Miete bricht ihr das Rückgrat.

Angelika Kismann steht in ihrem Dessousladen. Nach 15 Jahren harter Arbeit muss sie ihr Geschäft nun schließen, die hohe Miete bricht ihr das Rückgrat.

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Eines von vielen geschlossenen Geschäften an der Frankfurter Allee.

Eines von vielen geschlossenen Geschäften an der Frankfurter Allee.

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Geschlossene Geschäfte in der Passage

Geschlossene Geschäfte in der Passage

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Auch in der Politik ist bekannt, dass die Frankfurter Allee langsam, aber sicher stirbt. „Die Frankfurter Allee hat drei Riesen-Probleme“, sagt der Bezirkspolitiker Kurt Wansner (CDU). Die Straße sei eine Rennstrecke, wer unter 50 km/h fährt, eine Behinderung. „Einfach schauen, was sich so neben der Straße an Geschäften und Gaststätten befindet ist damit unmöglich.“ Außerdem gebe es viel zu wenig Parkplätze. Das Hauptproblem sind nach Wansners Ansicht jedoch die steigenden Gewerbemieten. „Hier müsste das Bezirksamt reagieren und mit den Vermietern verhandeln, um die Mieten zu senken oder zumindest stabil zu halten.“

Eisverkäufer Michael Wehlitz ist einer der wenigen, bei denen sich das Geschäft noch rentiert. „Ich habe mit meinem Softeis Glück, dafür brauche ich ja keinen Riesenladen. Aber ich weiß, dass es vielen anderen hier im Kiez überhaupt nicht gut geht.“ Wenn sich also nicht bald etwas ändert an der Frankfurter Allee, dann ist eine der traditionsreichsten Straßen Berlins bald Geschichte. FTH, MBÖ, PDE

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