Germanwings-Opfer Lea

Ein Theater als Andenken

Ihre Mutter Anne Drüppel (51) sagt: „Es ist ein Stück Trost.“

BK
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Hans-Dieter Speikamp vom Trägerverein und Leas Mutter Anne Drüppel.

Hans-Dieter Speikamp vom Trägerverein und Leas Mutter Anne Drüppel.

© dpa

Noch ist das Gebäude in der Zaunstraße 4 in Haltern eine Baustelle. Einst befand sich dort das Kino „Filmklappe“, jetzt entsteht der Saal des Lea-Drüppel-Theaters. „Mitte August soll alles fertig sein“, sagt Hans-Dieter Speikamp vom Trägerverein. Der Ex-Manager (58) organisiert ehrenamtlich den Umbau.

Lea hätte es gefreut. Da ist sich ihre Mutter Anne Drüppel sicher. „Das Theater soll ein lebendiges Andenken an Lea sein“, sagt die 51-Jährige. Sie ist Vorsitzende des Trägervereins und Lehrerin an einer Gesamtschule in Recklinghausen. Sagt: „Lea liebte die Musik und das Schauspiel.“ Mehrere Jahre sei ihre Tochter Mitglied in dem Musicalverein „Die Zweitbesetzung“ in Bottrop gewesen.

„Sie träumte davon, später beruflich im Bereich Musical, Schauspiel und Gesang ihre Heimat zu finden.“ Bis der Absturz der Germanwings-Maschine sie im März 2015 aus dem Leben riss. Lea hatte mit 15 Mitschülern und zwei Lehrerinnen des Joseph-König-Gymnasiums an einem Schüleraustausch in Spanien teilgenommen. Auf dem Rückflug ließ Todespilot Andreas Lubitz die Maschine den Ermittlungen zufolge an einem Berg zerschellen. 150 Menschen starben.

Trümmer der Germanwings-Maschine A320 liegen an der Absturzstelle in der Nähe von Le Vernet in den französischen Alpen.

Trümmer der Germanwings-Maschine A320 liegen an der Absturzstelle in der Nähe von Le Vernet in den französischen Alpen.

© dpa

Die Idee zu dem Theater hatte die Mutter, als sie von dem Hilfsfonds der Germanwings-Muttergesellschaft Lufthansa hörte, der soziale und kulturelle Projekte im Andenken an die Opfer fördert. „Mir kam sofort der Gedanke, dass Lea gern auf der Bühne stand und dass es toll wäre, wenn man so den Geist von Lea mit ins Leben nehmen kann.“

Die schon Jahrzehnte leerstehende „Filmklappe“ in Haltern schien ideal. Der Fonds zahlte 100.000 Euro. Weitere Stiftungen, Unternehmen und Einzelspender gaben Geld, so dass im Frühjahr der 210.000 Euro teure Umbau beginnen konnte.

Eröffnet werden soll das Theater am 30. September. Und es soll nicht bei Musicals bleiben. Es soll eine Kunstbühne werden – auch mit Konzerten. Lea bleibt so gegenwärtig. Ihre Mutter: „Es tut mir wirklich auch gut bei der Trauerbewältigung. Es ist ein Stück Trost.“ 

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