Gerhard Gribkowsky soll satte 50 Millionen abgesahnt und sich dann verquatscht haben

Das ist Deutschlands gierigster Banker

Dierk Rohwedder
Lesezeit 2 Min

München - Diese Titel muss man sich erstmal verdienen: Gerhard Gribkowsky (52) ist vermutlich nicht nur Deutschlands gierigster Banker - er scheint auch der dümmste zu sein. Zurzeit schmort der Ex-Vorstand der BayernLB in Untersuchungshaft. Ihm drohen wegen Steuerhinterziehung, Untreue und Bestechlichkeit bis zehn Jahre Gefängnis, so die "Süddeutsche Zeitung".Gribkowskys Absahnerei - es könnte sich zum bisher größten Korruptionsfall in Deutschland entwickeln.Besonders bizarr: Der Jurist Gribkowsky hat sich offenbar selbst ans Messer geliefert - auf der Flucht vor SZ-Reportern, die ihn mit Nachfragen zu den 50 Millionen Dollar, die auf Konten in Österreich deponiert waren, nervten. Am Ende lief er selbst zur Münchner Justiz, um die Journalisten anzuschwärzen - und plauderte sich bei Staatsanwältin Hildegard Bäumer-Hösl um Kopf und Kragen. Die Ermittlerin hörte sich die Banker-Wehklage an - und ließ Gribkowsky kurz darauf einbuchten.Worum geht es? 2007 sollen - in Tranchen à 22,5 und 27,5 Millionen - insgesamt 50 Millionen Dollar aus dubiosen Quellen auf Mauritius und den Virgin Islands nach Österreich geflossen und dort auf den Konten einer Stiftung Gribkowskys gelandet sein. Vermutet wird, dass diese unglaublich hohe Summe eine Art Provision für den Verkauf der Anteile an der Formel 1 gewesen sein könnte, den Gribkowsky 2005 als zuständiger Risiko-Vorstand der BayernLB (2002 bis 2008) eingefädelt hatte. Der Formel-1-Anteil war nach der Pleite des Medienmoguls Leo Kirch an die BayernLB gefallen.Käufer war eine Tochterfirma der britischen Investmentgesellschaft CVC - der Mann im Hintergrund: der "Godfather" der Formel 1, Bernie Ecclestone. Stammte die Summe von ihm oder von CVC? Und wofür floss das Geld? Sicher nicht ohne Gegenleistung, vermutet die "SZ". Bisher schweigt Gribkowsky, nachdem er ursprünglich behauptet haben soll, das Geld stamme aus "Familienvermögen".Angeblich hat Gribkowsky für die 50 Millionen Dollar die fälligen 25 Prozent Körperschaftssteuer in Österreich entrichtet. Übrig sollen jetzt noch 25 Millionen Euro sein. Erste Ermittlungen in Österreich wegen des Verdachts auf Geldwäsche verliefen unter mysteriösen Umständen im Sande. Damit hätte sich der Banker (geschieden, drei Kinder) um die sonst fällige, deutlich höhere Steuer in Deutschland (40 Prozent) herumgemogelt.Nach Angaben aus Justizkreisen könnte der Prozess im Verlauf des Jahres 2011 stattfinden. Bis dahin droht dem Banker U-Haft ...

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema