Mutmaßlicher Mörder schweigt

Georgine: Sie half ihrem Killer beim Tütentragen

Der mutmaßliche Mörder verriet das einem V-Mann – jetzt schweigt er.

BK
Lesezeit 2 Min
Der Angeklagte hüllte sich am Mittwoch in Schweigen.

Der Angeklagte hüllte sich am Mittwoch in Schweigen.

© Wagner

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Erst gestand Ali K., jetzt schweigt er

4699 Tage nach dem Verschwinden der damals 14-Jährigen hörte Ali K. im Saal 700 des Landgerichts die Vorwürfe. Er hatte gegenüber einem verdeckten Ermittler gestanden, nach seiner Festnahme aber bestritten. Nun schwieg er. Georgine war am 25. September 2006 wie üblich nach der Schule in Moabit aus dem Bus gestiegen. 200 Meter waren es bis zur Wohnung. Georgine kam nie an. Um 14.06 Uhr wurde ihr Handy ausgeschaltet. Was geschah in den 16 Minuten?

Die Anklage: Sie wurde in eine Falle gelockt. K. soll gefragt haben, ob sie ihm beim Tragen von Tüten helfe. Als sie in seinem Keller nicht weit von ihrem Zuhause entfernt war, habe er abgeschlossen, mit einem Metallgegenstand zugeschlagen. Als Georgine am Boden lag und schrie, habe er weiter geprügelt – „um sie gefügig zu machen“.

Georgines Leiche wurde nie gefunden

Er soll die Schülerin vergewaltigt, dann aus Angst vor einer Anzeige erwürgt, die Leiche im Müllcontainer entsorgt haben. Sie wurde nie gefunden.

Georgine Krüger war 2006 als vermisst gemeldet worden.

Georgine Krüger war 2006 als vermisst gemeldet worden.

© Polizei Berlin/dpa/Collage: BLZ

Ein Chef-Ermittler (56) nun als erster Zeuge: „Im Bereich der Funkzelle, in der das Handy von Georgine zuletzt war, wurden Keller, Dächer, Hinterhöfe durchkämmt.“ Alles auf freiwilliger Basis. „Einen Verdacht hatten wir nicht.“

V-Mann fragte Ali K., ob er einen Mord begehen würde

Auch 150 Männer, die in Georgines Postleitzahlenbereich wegen Sex-Straftaten aufgefallen waren, nahm man sich vor. Von Georgine aber keine Spur. Unter Verdacht war Ali K. erst 2016 geraten. Ein Verfahren gegen ihn wegen sexueller Nötigung einer Jugendlichen war der Auslöser. Ein verdeckter Ermittler baute ab 2017 eine Freundschaft zu K. auf. 

Der V-Mann soll dann von einer nervenden Frau berichtet und K. gefragt haben, ob er einen Mord begehen würde und damit Erfahrungen habe. 100 000 Euro Prämie soll der V-Mann geboten und die Zunge von K. gelockert haben. Frage ist: War K. wirklich der Mörder oder wollte er sich wichtig machen? Fortsetzung: Heute. KE

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