Straßenbahn

Das ist die klügste Tram Berlins

Ab 2020 soll ein Zug von der Wissenschaftsstadt zum Bahnhof Schöneweide fahren.

Peter Neumann
Lesezeit 2 Min
So soll die Trasse aussehen, wenn sie fertig ist: Begrünte Gleise und eine elastische Lagerung der Gleise sollen die Geräusche der Straßenbahnen dämpfen.  

So soll die Trasse aussehen, wenn sie fertig ist: Begrünte Gleise und eine elastische Lagerung der Gleise sollen die Geräusche der Straßenbahnen dämpfen.  

© BVG/Archisurf

„Es geht darum, das wachsende Berlin für die Zukunft fit zu machen“, sagt Verkehrs-Staatssekretär Jens-Holger Kirchner (Grüne). „Dass die Straßenbahn dazu gehört, ist unstrittig. Sie ist leistungsfähig, flexibel, nicht so teuer wie andere Verkehrsmittel.“

„Viele neue umsteigefreie Verbindungen“

In der Tat: Mit 6,1 Millionen Euro pro Kilometer ist die geplante Strecke eines der preiswerteren Verkehrsprojekte in Berlin. Die Baukosten der Autobahn A 100 nach Treptow schlagen pro Kilometer mit dem 25-fachen Betrag zu Buche, die Verlängerung der U-Bahn-Linie U 5 in Mitte kostet 40 Mal so viel.

Für Adlershof II, so der Arbeitstitel der 2,7 Kilometer langen Trasse, werden derzeit 16,5 Millionen Euro eingeplant. Für dieses Geld bekommen die Nutzer einiges geboten – „viele neue umsteigefreie Verbindungen“, sagte Rico Gast, bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) Chef der Straßenbahn. 

© Grafik: Hecher, Quelle: BVG

Bislang hieß es, dass zwei Linien über die Neubaustrecke geführt werden sollen, nun sind es drei. Neu ist, dass die M 17 aus Falkenberg über den jetzigen Endpunkt in Schöneweide hinaus zum S-Bahnhof Adlershof verlängert wird.

Die 63 aus Mahlsdorf, die heute an der Karl-Ziegler-Straße endet, soll bis Schöneweide weiterfahren. Und die 61 aus Rahnsdorf soll bis zum Landschaftspark Johannisthal verkehren, vielleicht sogar bis Schöneweide.

Kosten in Millionenhöhe

Auf der Strecke dürfte also einiges los sein. „Wir rechnen mit bis zu 12.400 Fahrgästen pro Tag“, so Gast. Die Schienen werden nicht nur durch die Wohnviertel am Groß-Berliner Damm und durch die Wissenschaftsstadt Adlershof, den boomenden Forschungs- und Gewerbestandort, führen.
Sie erschließen auch den ehemaligen Rangierbahnhof, der dazwischen liegt.

Noch ist er eine Brachfläche, die gerade von ihrer Zauneidechsenpopulation befreit wird. Die Reptilien werden nach Herzberge umgesiedelt, der Umzug kostet mehr als vier Millionen Euro. Aber schon bald sollen auf dem einstigen Bahngelände viele Büro- und Gewerbebauten entstehen, was der Tramstrecke auf dem Groß-Berliner Damm weitere Fahrgäste bescheren dürfte. Im besten Fall kann Ende 2020 die erste Bahn fahren, sagte Matthias Horth vom Senat. „Wenn alles gut geht. Sonst erst 2021.“  

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