Im Gerichtssaal saßen sie gestern der Familie von Yakub Y. (33) gegenüber – und starrten an den Hinterbliebenen vorbei. W. und K. sind offensichtlich auch keine Freunde mehr: Nach ihrer Festnahme schoben sie sich die Schuld am Tod von Y. gegenseitig in die Schuhe. Am Abend des 14. Januar zogen Anthony W. und Marvin K. durch Neukölln.
Graffiti-Sprayer W. hinterließ ein paar Schmierereien. Kurz darauf begegneten sie zufällig Yakub Y., der von der Arbeit kam. Die Anklägerin: „K. stieß im Vorbeigehen mit Y. zusammen.“ Marvin K. habe gepöbelt: „Missgeburt!“
Eine Rangelei begann. Plötzlich Messerstiche. Immer wieder. Die Staatsanwältin: „Beide Angeklagten stachen zu.“ Beide hätten ein Klappmesser (Neck-Knife) bei sich getragen. Es waren die Farb-Schmierereien, die Fahnder auf die Spur von W. (ohne Job, vorbestraft) brachten. Er gestand: „K. zog zuerst ein Messer. Ich wollte schlichten, habe dann was abgekriegt und auch zugestochen.“ Sein Kumpel K. aber widersprach: „Ich hatte gar kein Messer.“ Im Prozess um Totschlag werden sie vermutlich am 15. August aussagen.
KE.
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