Er ist der Entertainer unter den Kochstars: Kolja Kleeberg hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen - und dennoch steht der Chef des Sterne-Restaurant VAU zu seinen bodenständigen Wurzeln.Die Liebe zum Genuss entdeckte der gebürtige Rheinländer schon als 12-jähriger Steppke. "Meine Mutter war Lehrerin. Damals gingen wir immer ins Gasthaus essen", erinnert er sich. Irgendwann stellte sich Klein-Kolja selber an den Herd. "Wenn ich früher als meine Mutter nach Hause kam, habe ich mit dem Brutzeln angefangen. Zunächst nur Spagetthi Bolognese, später habe ich dann die Rezepte aus Zeitschriften nachgekocht - zum Beispiel 'Alles unter 5 Mark' aus den 70er-Jahren."Seine große Leidenschaft aber galt immer der Schauspielerei. Da er jedoch keinen Platz an der Schauspielschule bekam, entschied sich Kolja Kleeberg 1987 kurzerhand für eine Kochlehre.Nach Stationen unter anderem im "Le Marron" (Bonn) und "Edouard Hitzeberger" (St. Moritz, Schweiz) führt er seit 13 Jahren in Berlin das Sternerestaurant VAU - und ist häufig im Fernsehen zu bewundern (u. a. "Die Küchenschlacht" im ZDF oder "Promi Kocharena", VOX)."Eigentlich perfekt", sagt Kolja. "So kann ich meine drei Hobbys unter einen Hut bringen: Schauspielern, Singen, Kochen!" Kochen sei für ihn vergleichbar mit der Musik. "In beiden Fällen geht es um Gleichklang, Harmonie und Spannung!"Seine TV-Auftritte sieht der Komödiant jedoch nicht nur als Jux-Veranstaltungen, sondern als Engagement für besseres Essen in Deutschland. So engagiert sich der umtriebige Rheinländer für die AOK-Aktion "Gesunde Kinder - gesunde Zukunft". Auch seine Werbeaktion mit "Lidl" sieht er als Engagement für besseres Essen in bundesdeutschen Haushalten: "Achtzig Prozent der Deutschen kaufen beim Lebensmitteldiscounter ein, also muss man sie genau dort abholen, um sie fürs Selbstkochen zu begeistern." Sein neuestes Projekt sind Kräutergärten für Berliner Grundschulen.Koljas Kochphilosophie: Alles zu seiner Zeit! Und so verwendet er grundsätzlich nur Nahrungsmittel der Saison. "Es gibt keine guten oder schlechten Produkte. Es gibt Zeiten für Wurstbrot und es gibt Zeiten für Hummer." Und so ist denn auch die Lieblingsspeise des Wahlberliners nach einem anstrengenden Arbeitstag: die gute alte Wurst-Stulle!------------------------------Koljas Auszeichnungen:1998 Berliner Meisterkoch1999 Koch des Monats, Der Feinschmecker1999 Berliner Meisterkoch2001 Berliner MeisterkochGuide Michelin - seit 1997, ein SternGault Millau - siebzehn von zwanzig Punkten, zwei Kochmützen------------------------------KLEEBERGS GEHEIM-TIPPSDas Fleisch muss gut abgehangen sein.Drei Stunden vor dem Verarbeiten sollte man das Fleisch aus dem Kühlschrank nehmen.Vor dem Braten salzen!Sanft braten, nicht zu heiß, mit Öl und Butter.Erst wenn leichte Bluttröpfchen an der Oberseite erscheinen das Fleisch drehen. Nach Möglichkeit nur einmal wenden!Zum Schluss das Fleisch aus der Pfanne nehmen, fünf bis zehn Minuten ruhen lassen. Dann Gewürze wie Majoran in die zerlassene Butter geben und das Fleisch nochmal kurz darin schwenken.------------------------------BU: Bei Fleischer Jens-Uwe Bünger (Westfälische Str. 53, 10711 Berlin)BU: kauft er nebenan bei "Krohn - die ganze Welt der Früchte".Zwischenzeile: KRÄUTER FÜR KINDERZwischenzeile: HÄUFIG IM FERNSEHEN
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