Seit 2011 zerlegten fünf bis sechs Familien der Nager den Landwirtschaftsweg zwischen Goldbeck und Sieversdorf. Rund 100-mal auf einem Abschnitt von etwa 900 Metern sind Böschungen und Steine uneben oder abgesackt. Die ehrenamtliche Ortsbürgermeisterin Sigrid Schumacher (Grüne) bläst zur Jagd. „Ich habe Angst, dass da was passiert.“ Die Bauern, die den Landwirtschaftsweg nutzen, um zu ihren Feldern zu kommen, wollen bald Mais und Kartoffeln ernten. Für Frau Schumacher – selbst auch Öko-Bäuerin – bleibt nur eins: „Ich will die Biber ja nicht gleich ausrotten. Aber wenn es zu viele Wildschweine gibt, schießt man sie doch auch ab.“
Das gilt nicht für Biber, erklärt ein Sprecher des Umweltministeriums und erinnert an das Natur- und Artenschutzrecht. Das aber will sich der kleine Ort nicht so viel kosten lassen. 200 000 Euro teuer soll die Reparatur der Straße werden. Das Land gibt nichts dazu. Genervt und sauer weiß man in der Gemeinde nicht mehr, wie man sich wehren könnte.
Anträge brachten nichts, eine Sondergenehmigung für den Abschuss gibt es nicht. „Vergrämt“ werden sollen die fleißigen Tier zunächst mit Schutzgittern. Die kosten die Gemeinde mindestens circa 15 000 Euro. Nützen werden sie nichts, sagen Ortsbürgermeisterin und Experten jetzt schon voraus.
Der Bauamtsleiter vom Amt Neustadt, Wolfgang Burau, meint nur trocken: „Das interessiert den Biber nicht. Der kehrt wieder.“ Sigrid Schumacher hat schon eine dicke Akte über die Kampfbiber und sie weiß: „Die zweite Straße haben die Biber schon in Angriff genommen.“
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