Rambo-Oma aus Karow

Autofahrerin drängt Radlerin ab und greift sie danach an

Strafe: 1.800 Euro und zwei Monate Fahrverbot.

Kerstin Rebien
Lesezeit 2 Min
Monika L. (72) aus Karow stand erstmals vor Gericht, weil sie im Straßenverkehr die Nerven verlor. 

Monika L. (72) aus Karow stand erstmals vor Gericht, weil sie im Straßenverkehr die Nerven verlor. 

© Olaf Wagner

Die Rentnerin aus Karow vor Gericht: „Ich hatte noch nie etwas mit der Polizei zu tun.“ Den Tränen nahe: „Habe die Frau nicht abgedrängt, nicht angefahren. Ich wies nur auf den Radweg hin. Weil die Straße so eng ist.“ 

Radfahrerin musste eine Vollbremsung machen

Was Polizistin Nadine H. (42) schildert, klingt aber nach Rechthaberei und Rambo-Art. Der 1. November 2016. Die Kommissarin auf dem Weg zum Dienst. Wie üblich auf der Blankenburger Chaussee durch Karow. Auf dem Radweg – ohnehin nicht benutzungspflichtig – lagen lose Platten. Sie radelte also auf der Straße.

Corsa-Fahrerin L. störte das. Sie maßregelte durch das geöffnete Beifahrerfenster: „Fahr auf dem Radweg!“ Und sie soll Nadine H. geschnitten haben. Die Beamtin: „Ich musste eine Vollbremsung machen, um nicht zwischen Auto und Bordstein zu stürzen.“

„Ihre Schienbeine berührte ich nicht“

Radlerin H. trat noch flotter in die Pedale, erwischte die Autofahrerin in einem Stau. Nadine H.: „Ich klopfte an die Scheibe, zeigte meinen Dienstausweis und verlangte ihre Personalien.“ L. ohne Reaktion. Die Polizistin: „Ich legte mein Rad vors Auto.“ Um eine Flucht zu verhindern. Monika L. aber stieg aus, schob das Rad weg, ließ dann den Motor aufheulen. 

Nadine H.: „Ich stellte mich vor die Motorhaube. Zwecklos: „Langsam rollte sie gegen meine Schienbeine. Ich sprang zur Seite.“ Die Rentnerin knurrig: „War in Panik. Es sah für die Leute so aus, als hätte ich die Radfahrerin umgefahren.“ Sie sei in Zeitlupe weg: „Ihre Schienbeine berührte ich nicht.“

Wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und Nötigung gab es im Mai 2018 per Strafbefehl 1.800 Euro Strafe und zwei Monate Fahrverbot. Mit Einspruch erzwang Monika L. den Prozess. Doch nach dem dritten Zeugen gab sie auf und nahm die Strafe an.
 

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