Nun landete ein damaliger Nachbar von Ina O. (41) auf der Anklagebank.
Er ein Luftablasser? Marco M. (45) blies sich auf: „Ich habe keine Sachbeschädigung begangen.“
Ina O. aber hatte eine Anzeige nach der anderen gegen ihn erstattet. Auch wegen mutmaßlichen Stalkings. Marco M.: „Alles Unterstellungen.“
Einmal waren sie spazieren. Er soll sich in sie verguckt, mehr erhofft haben. Die attraktive Nachbarin dagegen liebte ihren Freund.
Plötzlich war ihr Auto nicht mehr sicher. 14 Taten listete die Anklägerin nun auf. Richterin: „Frühere Verfahren wurden eingestellt, diesmal dürfte die Beweislage besser sein.“
In der Akte liegen Fotos. M. sauer: „Ich will wissen, wer die gemacht hat. Bestimmt ihr Freund!“
Die Richterin lächelnd: „Sie sind in die Falle getappt, denn die Polizei hatte versteckte Kameras aufgestellt.“
Genau ist zu sehen, wie eine Gestalt am Reifen hantiert. Die Richterin musterte den Angeklagten: „Die Statur, die Frisur – passt!“
Erst wetterte er noch, dann ging ihm die Puste aus: „Vier oder fünfmal habe ich Luft abgelassen.“
Als Rache-Ventil: „Weil sie mich des Stalkings beschuldigt hatte.“ Für ihn war es auch keine böse Sache: „Ich habe die Reifen doch nicht zerstört!“
Ein Albtraum für Ina O., der vor mehr als zwei Jahren begann. Inzwischen lebt sie nicht mehr in Köpenick, ist weit weg nach Süddeutschland gezogen. Die Richterin: „Die Frau hatte zum Schluss richtig Angst.“
Schulterzucken bei M.: „Hat nichts mit mir zu tun.“ Es müsse noch einen anderen Luftablasser geben.
Das sah die Richterin ganz anders: „Den unbekannten Dritten gab es nicht.“
Und wenn ein Fahrzeug vier platte Reifen hat, ist es nicht nutzbar und somit beschädigt. Das Urteil: 1.050 Euro Strafe. KE.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com