Warnung

Alarm: Asiatische Hornisse breitet sich aus! So gefährlich ist sie wirklich für Deutschland

Die Asiatische Hornisse kommt immer häufiger in Deutschland vor. Gleichzeitig wird vor unseriösen Nestentfernern gewarnt. Was Betroffene jetzt wissen müssen.

Foto von Autor/Autorin: Mariella Mandurino
Lesezeit 4 Min
Asiatische Hornissen breiten sich immer weiter in Deutschland aus und sind gefährlich für unsere heimischen Bienen.

Asiatische Hornissen breiten sich immer weiter in Deutschland aus und sind gefährlich für unsere heimischen Bienen.

© Geyres Christophe/Imago

Erst kommen die Hornissen, dann die horrenden Rechnungen: Die Asiatische Hornisse breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Allein in Baden-Württemberg wurden der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) bis Ende Juli rund 1400 Nester gemeldet. Das sind doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Asiatische Hornisse gilt inzwischen als etabliert

Doch mit der wachsenden Zahl der Nester wittern offenbar auch dubiose Anbieter ein Geschäft. Im Raum Karlsruhe sollen für Beseitigungen bereits Rechnungen im vierstelligen Bereich verlangt worden sein. Dabei kann die Entfernung unter bestimmten Voraussetzungen sogar kostenlos sein.

Die Asiatische Hornisse ist nicht zu unterschätzen. Ihre Stiche sollen mehr weh tun, als die einer normalen Wespe.

Die Asiatische Hornisse ist nicht zu unterschätzen. Ihre Stiche sollen mehr weh tun, als die einer normalen Wespe.

© Socrates Tassos/Imago

Die Asiatische Hornisse bleibt eine invasive gebietsfremde Art. Seit März 2025 unterliegt sie in Deutschland allerdings einem Management nach Artikel 19 der entsprechenden EU-Verordnung. Weil sie sich bereits stark ausgebreitet hat, besteht keine generelle Pflicht mehr, jedes Nest zu beseitigen.

Wer ein Nest im Garten oder in der Nähe seiner Bienen entdeckt, muss sich daher grundsätzlich selbst um eine Beseitigung kümmern und normalerweise auch für die Kosten aufkommen. In Baden-Württemberg greift das Land Betroffenen allerdings unter die Arme. Bis einschließlich August wird die Entfernung mit 60 Euro pro Nest bezuschusst. Ab September steigt die Förderung für die schwerer zugänglichen Sekundärnester auf 200 Euro.

Diese großen Nester entstehen später im Jahr und hängen häufig hoch in Baumkronen. Entsprechend aufwendiger ist ihre Beseitigung. Damit die Entfernung für Betroffene kostenlos bleibt, darf der Spezialist keine zusätzliche Rechnung verlangen. Vor der Beauftragung sollte deshalb geklärt werden, ob der Nestentferner an der Förderung teilnimmt.

Für Honigbienen wird die Hornisse zum Problem

Deutlich ernster ist die Situation für Imker. Die Asiatische Hornisse macht Jagd auf Honigbienen. Teilweise lauert sie direkt vor dem Bienenstock und fängt die Tiere bereits im Flug ab. Mitunter dringen Hornissen sogar in die Stöcke ein.

Wiederholen sich solche Angriffe, können Bienenvölker ihre Aktivität stark reduzieren. Im schlimmsten Fall kann ein ganzes Volk verloren gehen. Imker können ihre Stöcke unter anderem mit Schutzgittern sichern. Eine möglichst frühe Eindämmung der Asiatischen Hornisse spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, bevor große Völker entstehen.

Sollten Sie ein Nest bei sich entdecken, ist es wichtig, sofort einen Profi mit der Entfernung zu beauftragen. Aber Vorsicht vor unnötig hohen Kosten.

Sollten Sie ein Nest bei sich entdecken, ist es wichtig, sofort einen Profi mit der Entfernung zu beauftragen. Aber Vorsicht vor unnötig hohen Kosten.

© Julian Stratenschulte/dpa

Von Lockfallen sollten Privatpersonen dagegen die Finger lassen. Die Universität Hohenheim warnt, dass solche Fallen nicht gezielt nur Asiatische Hornissen erwischen. Auch Honigbienen und geschützte Europäische Hornissen können darin landen. Ihr Einsatz ist nach Angaben der Landesanstalt für Bienenkunde deshalb naturschutzrechtlich nicht zulässig.

Vorsicht vor teuren Hornissen-„Rettern“

Mit der starken Ausbreitung entsteht auch ein Markt für die Beseitigung der Nester. Dabei sollten Betroffene genau hinschauen. Mit Angeboten für 24-Stunden-Notdienste, kostenlose Anfahrten oder angeblich jahrelange Erfahrung versuchen Dienstleister, Kunden zu gewinnen.

Die Asiatischen Hornissen lauern vor den Bienenstöcken.

Die Asiatischen Hornissen lauern vor den Bienenstöcken.

© Alina Grünky/dpa

Nach Berichten anderer Nestentferner sollen im Raum Karlsruhe für solche Einsätze bereits vierstellige Rechnungen gestellt worden sein. Die Stadt Karlsruhe empfiehlt deshalb, Anbieter und deren Internetseiten genau zu prüfen und sich nicht zu einer schnellen Entscheidung drängen zu lassen. Im Zweifel kann eine zweite Einschätzung vor einer bösen Überraschung auf der Rechnung schützen.

Hilfe bei der Suche gibt es auch von der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim. Sie führt Kontaktdaten geschulter Nestentferner und Schädlingsbekämpfer.

Wie gefährlich sind die Hornissen für Menschen?

Für Menschen ist die Asiatische Hornisse nicht automatisch die fliegende Horror-Gestalt, als die sie manchmal erscheint. Manche Nestentferner beschreiben sie allerdings als angriffslustiger als heimische Hornissen. Vor allem bei einer Störung des Nests können mehrere Tiere zur Verteidigung übergehen.

Ein Stich wird mitunter als schmerzhafter empfunden als der einer heimischen Wespe. Als Gründe gelten unter anderem der größere und längere Stachel sowie ein höherer Anteil des Botenstoffs Acetylcholin im Gift. Giftiger als der Stich einer Biene oder Wespe ist er jedoch nicht. Wie bei anderen Insektenstichen kann allerdings eine allergische Reaktion auftreten.

Selbst zum Hornissenjäger sollte man besser nicht werden. Nestentfernungen gehören wegen der Stichgefahr in die Hände geschulter Fachleute.

Haben Sie schon eine Asiatische Hornisse bei sich entdeckt? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com