Die Opposition fordert’s. Anette Kramme, Arbeitsexpertin der SPD im Bundestag: „Mutige Arbeitnehmer, die in ihren Unternehmen Missstände aufdecken, müssen besser geschützt werden.“ Rechtsexperte Jerzy Montag (Grüne): „Meinungsfreiheit geht vor Vasallentreue zum Arbeitgeber. Es liegt im Interesse der Gesellschaft, Arbeitnehmer zu mehr Zivilcourage zu ermutigen.“ Beide Fraktionen kündigten an, nach der Sommerpause Gesetzesentwürfe vorzulegen.
Brigitte Heinisch (aus Prenzlauer Berg) war von Ex-Arbeitgeber Vivantes fristlos gefeuert worden, nachdem sie die katastrophalen Zustände in ihrem Pflegeheim in Reinickendorf angeprangerte und Strafanzeige stellte.
Inzwischen räumt Vivantes die Pflegemängel ein. Der Weg durch die Instanzen dauerte dennoch sechs Jahre. Der Gerichtshof in Straßburg sprach ihr 15.000 Euro Entschädigung zu (KURIER berichtete).
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Zahlen müsste die Bundesrepublik. Die Arbeitgeberverbände hoffen, dass die Bundesregierung gegen das Urteil Einspruch einlegt. In einer Mitteilung heißt es: Eine „gesetzliche Regelung zum Anschwärzen des Arbeitgebers“ sei „gefährlich und überflüssig“.
Heinisch: „Ich hätte auf dem Rücken von alten und kranken Menschen Karriere machen können, aber ich bin den ehrlichen Weg gegangen.“ Ihr Anwalt prüft, ob er erneut gegen Vivantes vorgeht. Der Konzern bietet bereits ein Gespräch an. SCHA
Altenpflegerin Brigitte Heinisch verklagte Vivantes und hat den Kampf nach sechs Jahre gewonnen.
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Brigitte Heinisch im Gespräch mit KURIER-Reporter Holger Schacht.
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Sie lächelt und sagt: „Bin zufrieden.“
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Andreas Schugg (42) umarmt Frau Heinisch auf der überfüllten Pressekonferenz. Er ist Co-Autor ihres Buches „Satt und sauber?“.
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Altenpflegerin Brigitte Heinisch verklagte Vivantes und hat den Kampf nach sechs Jahre gewonnen.
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Altenpflegerin Brigitte Heinisch verklagte Vivantes und hat den Kampf nach sechs Jahre gewonnen.
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