Das rasend schnelle Ämterkarussell in Kairo warf jetzt gleich zwölf Minister ab. Auch Zahi Hawass verlor seinen exklusiven Job. Dem 63-Jährigen wurde vorgeworfen, dem einstigen Mubarak-Regime zu nahe zu stehen.
In Berlin hatte sich Hawass unbeliebt gemacht, weil er penetrant von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz die Herausgabe der Nofretete forderte. Die sei Ägypten 1913 gestohlen worden, behauptet er. Unstrittig ist: Der Berliner Archäologe Ludwig Borchardt fand die Büste 1912 in einer Ruinen-Stadt am Nil. Bei der Ausfuhr des Schatzes hätte er aber laut Hawass die ägyptischen Behörden getäuscht. Borchardt soll lediglich ein unscharfes Foto von der Büste vorgelegt und versichert haben, sie sei aus Gips und nicht aus Kalkstein.
Auf die Herausgabe-Forderungen von Hawass konterte Berlin immer, es gäbe Dokumente die belegen, dass Preußen die Büste rechtmäßig erworben habe.
Trotz des Sturzes von Hawass sollte Berlin sich noch nicht sorglos zurücklehnen. Denn nach der Revolution in Ägypten war Hawass schon einmal in Ungnade gefallen und im März als Chef der Altertümerverwaltung gefeuert worden. Doch schon im April war das vergessen und er stieg sogar noch höher zum Antiken-Minister auf. MKL
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