Das Paar aus Berlin, ermordet in ihrer Ferienwohnung in Alanya, dem Urlaubsparadies in der Süd-Türkei.
Mit dem gewaltsamen Tod verliert die deutsche Kunstszene einen der größten Förderer des Nachlasses der jüdischen Malerin und Grafikerin Gertrude Sandmann (1893-1981).
700 ihrer Werke und Tagebücher standen in Besitz von Peter H., der sie 2006 von seiner Mutter Käthe (✝ 90) erbte. Sozialdemokratin Käthe H. war Sekretärin von Willy Brandt (1913-1992), als der das Amt des Regierenden Bürgermeister von Berlin (1958-1966) inne hatte.
Privat erledigte Käthe H. die Korrespondenz der Künstlerin, wurde ihre Freundin. Auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Schöneberg erinnert ein Gedenkstein an Gertrude Sandmann.
Mitte Juli waren Peter und Kerstin H. nach Alanya geflogen, zogen ins Apartment im zehnten Stock des 12-Geschossers. Angemietet hatten sie die Wohnung im November 2013 für ein Jahr.
Jetzt machte sich die Tochter Sorgen, weil der Kontakt zu ihnen abgerissen war und schickte einen Bekannten zur Wohnung. Der entdeckte liegengebliebene Post, roch den Leichengeruch.
Als Beamte die Tür öffnen ließen, legten sie Atemschutzmasken an. Peter und Kerstin H., die gemeinsam Personalberatungsfirmen in Potsdam und Leipzig führten und sich bei einer Versicherung kennengelernt hatten, müssen seit Tagen tot gewesen sein. Die Leiche von Kerstin H. lag im Bettkasten.
Ein Polizeisprecher: „Wir vermuten, dass sie durch Schläge gegen den Kopf ums Leben kamen.“ Bisher rätselt die Polizei übers Motiv, nahm jedoch den Gärtner der Ferienanlage fest.
Der will am vergangenen Sonnabend zusammen mit dem Paar dessen Stromrechnung bezahlt haben. Zudem sichten die Beamten Videomaterial aus der Anlage und 50 umliegenden Geschäften. SCHA/AA
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