Gefährliches Spiel

Donald Trump sät Gewalt

Präsident versucht, Wutsturm gegen die Medien zu entfachen.

Michael H. Spreng
Lesezeit 2 Min
US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump

© dpa

Wer gegen die freie Presse hetzt, betreibt ein gefährliches Spiel. Denn im Gegensatz zu Politikern und Parteien können Medien nicht abgewählt werden. Die gegen sie entfachte Wut findet kein Ventil. Das Ergebnis in Deutschland: Pöbeleien und tätliche Angriffe gegen Journalisten bei Pegida-Demonstrationen, wo die Menschen gegen die „Lügenpresse“ aufgeputscht worden waren.

Deshalb ist auch der Wutsturm, den Donald Trump in den USA gegen die Medien zu entfachen versucht, so gefährlich. Er bedroht nicht nur die Pressefreiheit, sondern das Leben jedes einzelnen Journalisten. Wenn Trump die Medien als „Feinde des amerikanischen Volkes“ bezeichnet, erklärt er sie für vogelfrei. Er sät Gewalt. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis irgendein aufgehetzter und verwirrter Anhänger Trumps den Präsidenten ernst nimmt und mit tätlichen Attacken oder Attentaten gegen Journalisten vorgeht.

In Russland, wo die freie Presse ebenfalls zum Volksfeind erklärt wurde, hat es schon mehrere Morde an Journalisten gegeben. Wird auch Amerika diesen Weg gehen?

Für Autokraten aller Art gibt es zwei Hauptfeinde: die unabhängige Justiz und die freie Presse. Sie auszuschalten, ist ihr oberstes Ziel. In der Türkei wandern deshalb Hunderte Journalisten ins Gefängnis, in Ungarn und in Polen wird versucht, die Medien zu knebeln oder ihnen die wirtschaftliche Grundlage zu entziehen.

Als Vorbild dient ihnen jetzt ausgerechnet der Präsident der wichtigsten Demokratie der Welt.

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