Gedenkort Keibelstraße

Lampen-Streit im DDR-Polizeigefängnis

Die Sanierung des ehemaligen Vopo-Knastes ist nun ein Fall für die Bauaufsicht.

Norbert Koch-Klaucke
Lesezeit 2 Min
Um diese Lampen wird gestritten, ...

Um diese Lampen wird gestritten, ...

© privat

... die in Knast-Zellen und Vorräumen des künftigen Lernortes eingebaut wurden.

... die in Knast-Zellen und Vorräumen des künftigen Lernortes eingebaut wurden.

© privat

Das Polizeigefängnis gehörte zu den dunklen Orten in der DDR. In den 140 Zellen saßen politische Häftlinge und Promis wie Wolf Biermann. Um daran öffentlich zu erinnern, lässt die Schulverwaltung zunächst das Erdgeschoss sanieren, wo dieses Jahr ein Lernort für Schulklassen eröffnen wird. Trotz Umbau soll alles authentisch wie möglich erhalten bleiben, versichert die Behörde.

Doch von der Bauaufsicht Mitte gibt es erste Beanstandungen. Bei einer Kontrolle entdeckte sie zwei Knast-Räume, die ein Besuchertreff werden, und in denen Wände mit heller Farbe gestrichen, große Lampen eingebaut wurden. „Ausführungen, die dem Charakter des Ortes in keiner Weise gerecht werden“, sagt Amts-Chefin Tanja Lier, die den Fall nun mit Schulverwaltung und Landesdenkmalamt klären will.

Sanierung vom Denkmalschutz genehmigt

Kritik kommt auch vom Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Tom Sello. Darüber, dass in Zellen Elektrokabel über Putz verlegt, auch dort moderne Lampen eingebaut wurden. Sie würden das Aussehen der Räume verfälschen. „Der Einbau ist kein angemessener Umgang mit der historischen Substanz“, sagt er.

Die Schulverwaltung erklärt, dass die Lampen im Gefängnis notwendig sind, um für ausreichend Licht bei den künftigen Veranstaltungen zu sorgen. Außerdem sei die Sanierung vom Denkmalschutz genehmigt. Er hätte sogar die über Putzverlegung der Kabel in den Zellen verlangt.   

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema

DDR