Mitte - Party im Angesicht der Zwangsversteigerung: Heute wird das "Tacheles" an der Oranienburger Straße seinen 21. Geburtstag feiern. 1990 hatten Künstler die Ruine besetzt, heute sind rund 80 darin tätig. Touristen lieben den gelinde gammeligen Ort seit Jahrzehnten, dessen Räumung im Raum steht.Die gescheiterte Liebhaberei der Fundus-Gruppe dagegen, die fettes Geld mit der Immobilie in der City machen wollte, stellt alles infrage. Sie ging 2007 pleite, die HSH Nordbank will das Grundstück (25 000 qm inklusive Tacheles und zweier Mietshäuser) am 4. April zwangsversteigern lassen.Martin Geiger, Sprecher des Kunsthauses und voller schwarz-charmantem österreichischem Humor: "Es muss Schluss sein mit der Religion des Investoren-Glaubens." Die Herren der Geldgeschäfte würden immer nur Miethaie oder Bankrotteure. Berlin solle das Areal kaufen, die leeren Flächen dahinter mit einem ordentlichen Gewinn verkaufen und das Tacheles erhalten.Heute ab 19 Uhr wird erstmal gefeiert: Mit einem Musical, einem neuen Musik-Video von Dr. Motte, einer Werkschau, der Möglichkeit, den bislang 100 000 Unterstützer-Unterschriften ein paar hinzuzufügen, und natürlich bei freiem Eintritt. GL------------------------------BU: Martin Reiter (r.) schlägt Berlin vor, mit dem Tacheles (oben) ordentlich Gewinn zu machen. Michaela Hartmann (l.) wird heute bei der Party mit dem "Eisenbass" musizieren. Der Weg führt durch bunt bemalte Korridore.
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