Doch der Ärger für den mittlerweile 35-Jährigen begann schon viel früher. Im Herbst geriet der Klub auf einmal mit den Gehältern in Verzug. Glinker und einige Kollegen sprachen deshalb bei der Vereinsführung vor. Zwar konnten die Wacker-Bosse das wenig später stemmen, doch sie reagierten auf ungewöhnliche Weise. Jan Glinker (35), bis dahin unumstrittener Stammkeeper, sowie Jan Löhmannsröben (28) und Sebastian Heidinger (33) wurden Ende Oktober von dem mittlerweile als Interims-Coach nach Dresden geflüchteten Heiko Scholz ohne Gründe zu benennen in die Reserve verbannt. Damit wurde ihnen ein Stempel aufgedrückt! Weil es sportlich nicht lief, wurden Sündenböcke gesucht.
Ausgerechnet Glinker, der immer als absoluter Teamplayer auftrat und nie verdächtig gewesen war, irgendwie Unruhe zu stiften. „Sportlich war uns nichts vorzuwerfen“, meint Glinker. Aber das Trio gehörte zu den Wacker-Kickern, die die ausstehende Kohle angemahnt hatten. Die solllten nun in der fünftklassigen Oberliga ran. Noch Fragen?
Glinkers Chancen, sich für einen neuen Klub zu empfehlen, haben sich dadurch natürlich kaum verbessert. „Am liebsten möchte ich gerne noch zwei Jahre spielen. Aber wer interessiert sich für einen 35-Jährigen, der bei seinem Klub aufs Abstellgleis geschoben worden ist“, so Glinker. Es wisse ja keiner wirklich um die Hintergründe.
Natürlich zieht es ihn im Grunde zurück nach Berlin zu seiner Frau Melanie und den drei Kids Pia Sophie sowie den Zwillingen Phil Louis und Phiby Lea. Auch ein erneutes Engagement bei Drittligist Magdeburg wäre eine Option. „Ich kann mir gut vorstellen, im Winter zum FCM zurückzukehren“, sagt Glinker, der nach seiner aktiven Karriere als Torwarttrainer arbeiten möchte.
Eine mögliche Idee: „Ich könnte in der Rückrunde an der Seite von FCM-Torwartcoach Matthias Tischer Erfahrungen sammeln und gleichzeitig als dritter Torwart für die Dritte Liga parat stehen, falls sich Morten Behrens oder Alexander Brunst verletzen.“ Bislang war aber wenig davon zu hören, dass die Bördestädter solche Pläne hegen. Aber vielleicht werden die Karten dort ja neu gemischt, nachdem Pele Wollitz das Zepter übernommen hat.
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