Kunst für das Kinderzimmer – wer braucht denn so was? Eigentlich jeder, da ist sich Galeristin Astrid Bassler sicher. Sie ist die Chefin der erst kürzlich eröffneten Galerie „Urban Art Kids“, verkauft hier Kunstwerke für die Kleinsten. „Unsere Kinder leben heute im digitalen Zeitalter, hängen am Smartphone – da fällt die Beschäftigung mit Kunst leider oft hinten runter“, sagt Bassler dem KURIER. „Deshalb ist es wichtig, das Kunstverständnis zu fördern, die Begeisterung für schöne Dinge und auch für deren Wert zu wecken.“
„Urban Art Kids“: Regelmäßig wechselnde Ausstellungen
In Barcelona stieß die einstige Hotellerie-Fachfrau auf eine Kindergalerie, kaufte hier ein Bild für ihre Tochter (5) – weil das Mädchen so begeistert war, beschloss Bassler, die Idee nach Berlin zu holen. Im „Urban Art Kids“ werden regelmäßig wechselnde Ausstellungen gezeigt. Alle Bilder – darunter vor allem kindgerechte Illustrationen, oft mit Geschichten verknüpft – können, wie in Galerien üblich, gekauft werden, schon ab 15 Euro gibt es einzelne Exemplare.
Außen unscheinbar, innen bunt: die Galerie in der Sesenheimer Straße 7.
© Sabine Gudath
Ein solches Geschäft sei auch für Eltern eine gute Lösung. „Denn oft trauen sie sich gar nicht, mit ihren Kindern in ein Kunstmuseum zu gehen, weil sie Angst haben, dass die Kleinen sowieso nur unruhig hin- und herlaufen.“
Kinder diskutieren über Werke großer Künstler
Dass Kunst Kindern viel bringen kann – Bassler habe das am eigenen Leib erfahren, erzählt sie. Denn in ihrem Laden bietet sie auch Malkurse an, etwa jeden Mittwoch von 16 bis 17.30 Uhr. Das Motto: Kunst auf Augenhöhe. „Es bringt ja nichts, wenn man den Kids einfach eine Staffelei hinstellt und sie zwingt, irgendwas abzumalen.“ Stattdessen probieren sie verschiedene Techniken aus, diskutieren nebenher über die Werke großer Künstler.
Aktuell: Ausstellung „Baumhelden“ von Anna Käse
„Neulich war im Kurs beispielsweise eine Vierjährige, die malt in ihrem Alter schon sehr filigran. Und auch ein Junge mit Asperger-Syndrom war schon da. Die Eltern sagten, dass er nie ruhig sitzen kann, aber im Tape-Art-Kurs arbeitete er hochkonzentriert an seiner Arbeit.“
Derzeit ist in der Galerie die Schau „Baumhelden“ zu Gast. Künstlerin Anna Käse zeigt ihre liebevollen und knallbunten Illustrationen mit Bäumen, Hummeln und „Schmetterfanten“, Mischwesen aus Schmetterlingen und Elefanten.
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