Ein Rettungs-Hubschrauber landet auf dem Sockel der Siegessäule oder ein Todes-Crash auf der Autobahn. Schon sind die Sensations-Touristen da. Ein schnelles Foto knipsen, als wären sie auf einer Party zu Gast. Ekelhaft. Während Journalisten im öffentlichen Auftrag berichten, die Rechte der Opfer beachten, halten die Gaffer einfach aus Spaß oder Geltungsdrang drauf – ihnen geht es um Klickzahlen und Likes in den Foren.
Ein Ärgernis für Polizei und Feuerwehr. Wenn die Rettungsarbeiten nicht behindert werden, können die nichts dagegen tun. „Alles, was öffentlich zu sehen ist, darf auch gefilmt werden“, sagt eine Polizeisprecherin. „Störern können Platzverweise erteilt werden“.
Kracht es auf der Autobahn, treten Gaffer häufig abrupt auf die Bremse – um einen Blick auf das Geschehen zu erhaschen. Es drohen Folgeunfälle, meist verstopfen sie sogar die Rettungsgasse. Ihnen droht ein Verwarngeld von 20 Euro bis zu 1000 Euro. Wenn es tatsächlich deshalb rummst auch Knast.
Für das dreiste Handyfoto kassiert die Polizei 60 Euro, dazu gibt es einen Punkt in Flensburg. Wer vor den Rettern da ist und glotzt statt hilft, begeht eine Straftat: Unterlassene Hilfeleistung kann ebenfalls mit Haft bestraft werden. In jedem Fall darf die Polizei Handys einziehen. Doch meist passiert den Handy-Tätern nichts, weil die Retter schließlich retten müssen.
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