„Es geht dabei um Liebe, um Beziehungen – und ich erzähle auch mal einen Schwank aus meiner Jugend“, erzählt sie dem KURIER. Das wollen wir jetzt aber schon etwas genauer wissen, Frau Decker. Haben Sie einen Schwank parat?
Sie lacht. „Als ich in meiner Jugend das erste Mal in die Disco durfte, rief meine Mutter mir einen Satz hinterher, den ich nie vergessen werde: ,Gabi, auch wenn die Abflüsse schon funktionieren, ist das Haus noch lange nicht fertig!‘. Solche Geschichten.“
Auch der erste Kuss ist ein Thema – doch der war so denkwürdig, dass sie auf der Bühne nicht zu sehr ins Detail geht. „Der Junge hieß Raimund und der Kuss war einfach schrecklich. Ich spitzte die Lippen, durch den Wald zischte ein lauter Knall. Und als wir fertig waren, sagte er: Decker, geh’ nach Hause, du bringst es nicht!“ Sie lacht. „Ich komme vom Land, da ist man eben etwas derber.“
Heute ist es Decker, die Tacheles redet – auf der Bühne. „Ich persönlich bin nicht bösartig, das ist meine Rolle“, sagt sie. Schon in der Talkshow „Blond am Freitag“, die von 2001 bis 2007 im ZDF lief, war sie die Direkte. „Mir war es egal, ob hinterher ein Anwalt schrieb. Das habe ich beibehalten. Die Leute kommen nicht in meine Show, weil sie was Weichgespültes von mir hören wollen.“
Gabi Decker im Gespräch mit KURIER-Reporter Florian Thalmann.
© Volkmar Otto
Ideen für ihre oft derben Gags kommen minütlich. „Ich betreibe das als echtes Handwerk, setze mich wochenlang hin und schreibe Gags.“ Ganz anders als moderne Comedians, für die sie nicht viel übrig hat. „Manchmal denke ich: Lieber Gott, lass es Hirn vom Himmel regnen. Ich kann dem, was heute auf die Bühne latscht, oft nicht folgen.“
Nur vor Mario Barth habe sie Respekt. „Er füllt das Olympiastadion, hat eine Idee, eine Vision. Das ist toll. Für mich ist das nichts, die Leute sollen mich nah erleben.“ Das können sie – im Tipi am Kanzleramt. Am Montag tritt sie mit der Band „Die Devoten“ auf, singt sich durch Rock, Pop und Schlager, surft zwischen Turner, Winehouse und Orloff.
Erst kürzlich schrieb eine Zeitung über sie: „Sie macht noch immer eine gute Figur.“ Wie hält sie sich fit? „Ich habe gute Gene, einen Garten und treibe Sport. Und auch sonst bin ich nicht faul, kümmere mich um meine Stiftung.“ Hier sammelt sie Spenden für alte Menschen in Not (Infos: www.gabi-decker-stiftung.de). Eine Herzenssache.
„Für Kinder und Tiere wird sehr viel gespendet, aber auch viele ältere Menschen geraten in die Armutsfalle. Sie haben ihr Leben lang gearbeitet und bekommen jetzt Grundsicherung – das macht mich traurig.“ Sie selbst habe keine Angst vor dem Alter. „Ich habe langjährige Freunde, die für mich da wären, wenn ich sie bräuchte.“
Und auch einer wäre sicher für sie da: nicht Knutsch-Raimund, sondern Heiner. „Er ist meine große Liebe. Wir lernten uns vor neun Monaten kennen, als ich eine Freundin ins Krankenhaus brachte.“ Heiner war der Arzt, ein Radiologe, Deckers Freundin organisierte das erste Date. Es funkte. Läuten bald die Hochzeitsglocken? Decker lächelt – das muss reichen.
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